Wm-torjubel: warum ihr nachbar schneller feiert!

Die Fußball-WM läuft – und die Freude über Tore kommt bei manchen Zuschauern deutlich früher als bei anderen. Ein aktueller Test von Sport BILD enthüllt, warum modernste Streaming-Dienste oft hinter den klassischen TV-Übertragungen herhinken. Ein Detail, das die Fußballwelt überrascht.

Die übertragungsweg-schlachten: kabel und satellit vorne

Die übertragungsweg-schlachten: kabel und satellit vorne

Früher waren wir alle synchron: Das wichtige Tor fiel, und die ganze Familie jubelte gleichzeitig. Doch mit dem Boom des Internets und der Vielzahl an Endgeräten hat sich das geändert. Jeder schaut auf seinem Smartphone, Tablet oder Smart-TV – und jeder sieht das Tor zu einem anderen Zeitpunkt. Sport BILD hat einen Vergleichstest durchgeführt, um herauszufinden, welcher Übertragungsweg am schnellsten ist. Das Ergebnis ist eindeutig: Kabelfernsehen und Satellit sind nach wie vor die Königsklasse, wenn es um Echtzeit-Übertragungen geht.

Konkret lag der Empfang über Kabelfernsehen beim Test drei Sekunden vor dem ZDF-Stream in der Mediathek auf einem Laptop. Bei ARD waren es sogar fünf Sekunden. Auch die Streaming-Apps auf Smartphones und Smart-TVs hinkten in dieser Größenordnung hinterher. Der Grund? Die Umrechnung des TV-Signals für den Online-Stream benötigt zusätzliche Zeit. Einziger Ausreißer: MagentaTV. Hier ist der Stream auf der Magenta.tv-Webseite auf dem Laptop am schnellsten – allerdings immer noch sechs Sekunden hinter dem ARD-TV-Signal und sogar 14 Sekunden hinter dem ZDF.

Ein Blick auf die MagentaTV-App zeigt ein noch deutlicheres Bild: Hier verzögert sich der Stream um ganze 17 Sekunden. Wer ARD und ZDF über Streaming-Plattformen von Drittanbietern wie MagentaTV oder Joyn schaut, muss am längsten auf die Bilder warten – in manchen Fällen bis zu 34 Sekunden!

Natürlich spielt auch die Bildqualität eine Rolle. Während ARD und ZDF HD anbieten, punktet MagentaTV über den Receiver mit UltraHD, das viermal schärfer ist. Diese höhere Datenmenge verlangsamt jedoch die Übertragung. Aber wie Klaus Eichner, unser Technikexperte, betont: „Der Zeitverzug im Vergleich zum Stadionbesuch ist unvermeidlich. Das Signal muss erst über Leitungen und Satelliten ins Sendezentrum gelangen, bevor es komprimiert, dekomprimiert und schließlich auf unseren Bildschirmen erscheint.“

Live-Ticker von Wettanbietern sind da schon schneller und zeigen Ereignisse in der Regel sieben bis 13 Sekunden vor dem TV-Bild. Auch der Hörfunk der ARD ist überraschend zeitnah: Klassisches Radio ist oft zeitgleich mit dem Kabel-TV zu empfangen. Nur der Audio-Webcast der ARD weist eine Verzögerung von 14 Sekunden auf.

Die Zahlen zeigen: Wer das Spiel wirklich live mitfiebern will, greift weiterhin am besten zum klassischen Kabelfernsehen oder Satellit. Das Streaming hat zwar an Bequemlichkeit gewonnen, aber beim direkten Erleben des Tores muss man eben noch etwas geduldiger sein. Und während wir darauf warten, jubelt der Nachbar vielleicht schon – und wir können nur hoffen, dass er nicht zu groß ist.