Lipowitz: ruhe vor dem sturm – fokus auf paris!

Florian Lipowitz, der deutsche Hoffnungsträger im Peloton, scheint die Vorbereitung auf die Tour de France in ruhigen Gewässern anzugehen. Nach seinem triumphalen Auftritt bei der Slowenien-Rundfahrt, wo er nicht nur zwei Etappen für sich entscheiden konnte, sondern auch das Gesamtklassement dominierte, scheint der Druck für ihn spürbar geringer zu sein. Doch hinter der Fassade der Gelassenheit brodeln die Erwartungen und die Konkurrenz.

Die mentale stärke des routiers

Lipowitz hat im vergangenen Jahr gelernt, wie der immense Medienrummel wirken kann. Der Dritte Platz in Paris war ein sportlicher Erfolg von epischem Ausmaß, doch die ungewohnte Aufmerksamkeit und die daraus resultierende Belastung forderten ihren Tribut. Daher die bewusste Entscheidung für die Höhenlager in Kühtai, um sich mental zu stabilisieren und die letzten Reserven zu tanken. „Mir ging es nicht gut mit dem Rummel. Ich musste lernen, damit umzugehen. Jetzt bin ich besser vorbereitet“, so Lipowitz.

Die Slowenien-Rundfahrt diente nicht nur als Formtest, sondern auch als Gelegenheit, die mentale Stärke zurückzugewinnen. Die zwei Etappensiege und der souveräne Gesamtsieg waren ein deutliches Signal an die Konkurrenz: Lipowitz ist bereit für die Herausforderung.

Die konkurrenz schläft nicht

Die konkurrenz schläft nicht

Doch die Konkurrenz ist dieses Jahr noch größer und stärker. Neben den etablierten Grßen wie Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard, die erneut die Favoritenrollen einnehmen werden, sind auch neue Kräfte aufgestiegen. Der Spanier Juan Ayuso, der von Pogacars Team verpflichtet wurde, präsentiert sich als ernstzunehmender Herausforderer, ebenso wie der Däne Mattias Skjelmose. Und dann ist da noch Remco Evenepoel, der belgische Superstar, der gemeinsam mit Lipowitz für Red Bull-Bora-hansgrohe antritt.

Die Doppelspitze im Team wirft Fragen auf, aber die Verantwortlichen scheinen sich auf eine flexible Strategie eingestellt zu haben, bei der beide Fahrer ihre Chance bekommen sollen. „Wir denken, dass es die richtige Strategie ist. Und schlussendlich wird auch der Tag kommen, wo sich der eine oder der andere besser fühlt“, so Teamchef Ralph Denk.

Lipowitz selbst scheint gelassen. „Remco zieht einen Großteil des medialen Interesses auf sich, das ist gut so. Ich kann mich etwas zurückhalten“, gibt er zu. Mit dieser Strategie und seiner neu gewonnenen Ruhe könnte Florian Lipowitz in Le Havre am kommenden Mittwoch gestärkt in die Tour de France starten. Ob er mit dem dritten Platz im letzten Jahr mithalten kann, wird die Zeit zeigen, aber eines ist sicher: Er gehört zu den Top-Favoriten und wird die Fans begeistern.