Olympische bewerbung 2036: ioc plant reform – entscheidung erst 2029!
Lausanne – Ein überraschender Knall für alle, die mit einer baldigen Entscheidung rechneten: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2036 auf das Jahr 2029 verschoben. Die Nachricht, die im Zuge der 146. Vollversammlung in Lausanne verkündet wurde, wirft einen langen Schatten auf die ambitionierten Pläne deutscher Städte und Regionen, die sich um die Ausrichtung bewerben.

Neuer prozess, neue hoffnung für deutschland?
Die Entscheidung des IOC geht Hand in Hand mit einer grundlegenden Reform des Bewerbungsprozesses, initiiert von der IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Coventry, die seit einem Jahr im Amt ist, setzt auf eine schlankere und transparentere Vorgehensweise. Das Herzstück der Reform ist ein sogenannter „strategischer Dialog“, in dem die Bewerberstädte zunächst einer Vorauswahl unterzogen werden. Nur eine reduzierte Anzahl von Kandidaten wird es dann zum „gezielten Dialog“ mit allen IOC-Mitgliedern bringen, bevor die finale Entscheidung im Jahr 2029 fällt.
Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) stellt diese Entwicklung zwar eine Verzögerung dar, bietet aber auch Chancen. „Wir erwarten, dass es für alle an der Ausrichtung interessierten Kandidaten noch einmal mehr Orientierung im Bewerbungsprozess geben wird, was zu mehr Klarheit und besserer Strukturierung führen kann“, äußerte sich DOSB-Präsident Thomas Weikert bereits vorab gegenüber dem SID. Der Fokus liegt nun darauf, im strategischen Dialog zu überzeugen und die Stärken einer deutschen Bewerbung optimal zur Geltung zu bringen.
Die deutsche Entscheidung reift: Am 26. September wird in Baden-Baden entschieden, welche Stadt oder Region – Berlin, München oder Köln/Rhein-Ruhr – die deutsche Kandidatur für die Spiele 2036, 2040 und 2044 repräsentiert. Die Konkurrenz ist groß, und die Zeit drängt.
Die Reform des IOC-Prozesses markiert einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit, als unter Thomas Bach ein „kontinuierlicher Dialog“ geführt wurde, der letztendlich zu einer stärkeren Konzentration auf wenige ausgewählte Bewerber führte. Coventrys Ansatz zielt darauf ab, die Einbindung der gesamten IOC-Mitglieder zu stärken und den Bewerbungsprozess insgesamt zu demokratisieren. Ob dies tatsächlich gelingt und Deutschland seine Chancen auf die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2036 erhöht, wird die Zukunft zeigen.
