Milano bringt 14.000 läufer auf die straße – und will bald 20.000

Am 12. April wird Mailand zum Tempel der Ausdauer. 14.000 Marathon-Starter sind bereits gemeldet, ein Viertel davon Frauen, zwei Drittel kommt aus dem Ausland. Die Wizz-Air-Milano-Marathon jagt damit ihre eigenen Rekorde – und der Veranstalter RCS Sports & Events schraubt schon die nächste Zielmarke fest: 20.000 Sololäufer sollen es werden.

Neue strecke, alte magie: von arco della pace bis zum dom

Erstmals verläuft die Strecke nicht im Schleifenmodell, sondern linear. Start ist am Arco della Pace, Ziel der Piazza del Duomo. 13 frische Kilometer durch den Süden der Stadt sorgen für eine schnelle, spektakuläre Trasse – und helfen der Verkehrsbehörde, Straßen früher wieder zu öffnen. 51 Cheer-Points animieren die Nachbarschaft, 140 gemeinnützige Teams staffeln sich in der Unicredit-Staffel, um zwei Millionen Euro für soziale Projekte zu sammeln.

Luca Onofrio, Leiter Mass Events bei RCS, nennt das «eine Symbiose aus Sport, Stadt und Zivilgesellschaft». Die neue Route sei «super-flüssig» kalkuliert – ein Euphemismus für: kaum Steigung, viel Asphalt, ideale Voraussetzungen für Bestzeiten.

Family run und festival: sport wird zur volksbewegung

Family run und festival: sport wird zur volksbewegung

Bereits am Vortag verwandelt sich der Stadtteil CityLife in ein Lauf-Disneyland. 10.000 Kinder und Eltern gehen bei der Family Run an den Start – Partner Enel liefert die Energie, Ambrogio die Maskottchen-Show. Vom 9. bis 12. April überzieht das Milano Running Festival die Superstudio Maxi mit Messe, Vorträgen und Expos. Radio Kiss Kiss liefert den Sound, Asics die Schuhe, die Gazzetta dello Sport das Papier für die Erinnerungsalben.

Die Stadt trägt das Event längst nicht mehr nur als Rennen, sondern als Visitenkarte. «Die Marathon ist unser ältestes internationales Sportfestival», sagt Sportstadträtin Martina Riva. «Sie lehrt uns, Metropole und Organisation zu vereinen – und sie zeigt Mailand bunt, nachhaltig, familienfreundlich.»

Der Beweis steht in Zahlen: 16.000 Staffel-Läufer, 23 % Frauenquote bei den 42-Kämpfern, 1,82 Millionen Euro Spendenvolumen – und eine Infrastruktur, die seit den Olympischen Spielen 2026 unter Beweis gestellt hat, dass Mailand Großevents schluckt, ohne zu würgen.

Paolo Bellino, CEO von RCS Sports & Events, will nach dem Rennen nicht einfach Bilanz ziehen, sondern die Weichen stellen: «Wir wachsen jährlich zweistellig. 20.000 Teilnehmer sind keine Fantasie, sondern eine Frage der Zeit.» Für den 24. Durchgang reicht es noch nicht, aber die Wachstumskurve zeigt steil nach oben. Die Stadt spürt’s, die Läufer spüren’s – und der Dom als Ziel ist ohnehin ein Bild, das sich nicht überbieten lässt.