Ägyptische wm-hüterin verdrängt lövgren hallberg beim thc
Der Thüringer HC schlägt nicht einfach ein neues Kapitel auf, er schreibt ein ganzes Buch mit Pharaonen-Farben. Maie Gomaa – Ägyptens Nummer eins, Afrika-Meisterschafts-MVP und polnische Paradiesvogel – landet in Erfurt, um das Tor zu räumen, das Christina Lövgren Hallberg verlassen hat.
Ein Satz genügte Herbert Müller, um sich verlieben: „Bei der Afrika-Meisterschaft war sie die beste Keeperin.“ 259 Abwehraktionen, 35 % Fangquote, 13 gehaltene Siebenmeter – die Statistik knallt ins Gesicht wie ein Kreislaufwurf. Müller brauchte kein zweites Datenblatt. Er sah, wie Gomaa gegen Kuba den Kasten dicht machte und wusste: Das ist meine neue Laura Kuske-Partnerin.
Ein transfer, der schon vor monaten anfing
Im Januar, während andere Clubs noch Weihnachtsplätzchen essen, sitzt Müller vor dem Laptop. Er spult polnische Liga-Szenen vor, friert Einzelbilder ein, markiert Gomaas Fußarbeit. „Ihre Bewegungsökonomie ist atypisch für afrikanische Torhüterinnen“, sagt er heute. „Sie geht früh runter, hat aber eine europäische Ellbogen-Technik.“ Code-Sprache für: Die Frau kann Block und Luckenkombi in einem Schritt.
Was niemand auf dem Schirm hatte: Koszalin hatte Gomaa erst ein Jahr zuvor aus dem Nichts geholt. Die Polen wollten eine Show, bekamen eine Rettung. Jetzt verlassen beide Seiten den Vertrag mit Handschlag – und einem dicken Scheck aus Thüringen, über dessen Höhe beide Parteien Stillschweigen vereinbaren.

Kuske bekommt einen turbo-partner
Laura Kuske trainierte schon mit der neuen Kollegin, bevor der Klub die Signatur offiziell machte. „Wir haben uns in der Halle versteckt, um zu testen, ob die Chemie stimmt“, lacht Kuske. Ergebnis: Gomaa quält sie mit Tempo-Gegenstößen, Kuske kontert mit Sprungkraft. Zwei Tage später schickt Müller beiden einen Screenshot: 26:26 gegen Kuba, Gomaa hält 13 von 24 Würfen. Dazu nur ein Wort per WhatsApp: „Unterschreiben.“
Für den Rest der Saison rückt Amelie Möllgård auf Position drei, die Youngsterin soll Luft holen. Doch die echte Herausforderung trägt ein ägyptisches Gesicht. Gomaa spricht bereits von „meiner Olympia-Mission 2028“. Wenn sie dieses Niveau bringt, darf der THC bald wieder von Kader-Debakel träumen – nur diesmal als Sieger.
Der Vertrag läuft bis 2026 plus Option. Die Handschuhe sind schon bestellt, in Pharaonisch-Blau. Los geht’s im Pokal-Achtelfinale – und Gomaa hat sich ein Motto zurechtgelegt: „Erst halten, dann herrschen.“
