Joan garcía rauscht ins wm-trikot – spanien feiert den neuen torwart-star

Joan García sprudelt vor Glück. „Ich habe sehnsüchtig auf den Anruf gewartet, jetzt platze vor Energie“, sagt er, kaum dass er Luis de la Fuentes Liste für die Länderspiele gegen Serbien und Ägypten erblickt. Kein Verletzter musste weichen – der Coach holt einfach den besten Keeper Europas dazu. Punkt.

Warum jetzt vier torhüter? weil spanien nur drei wm-plätze hat

De la Fuente packt alle Karten auf den Tisch: Unai Simón, David Raya, Álex Remiro – und eben García. Bis Mai muss einer passen. „Heute sind das die vier, aus denen ich die Weltmeisterschafts-Besetzung filtere“, erklärt der Trainer. Die Botschaft ist klar: Leistung zählt, nicht der Stellenwert des Klubs.

García hat sich diese Ehre erkämpft. Beim FC Barcelona rettet er Punkte, als hätte er Flügel. Hansi Flick winkt dankend, Spanien jubelt. 23 Ligaspiele, 72 Prozent gehaltene Schüsse – Zahlen, die selbst Courtois neidisch machen könnten. Kein Wunder, dass Teamkollege Simón ihn als „dem Belgier am nächsten“ bezeichnet.

Rückkehr an den ort seiner blüte – mit pfeifen statt rosen

Rückkehr an den ort seiner blüte – mit pfeifen statt rosen

Das Schicksal spielt mit: Das Duell gegen Ägypten findet im RCD-Stadion statt, einst Garcías Wohnzimmer beim Espanyol. 67 Pflichtspiele absolvierte er für die Blau-Weißen, schoss sie 2024 mit Glanzparaden zurück in die Primera División. Damals feierten ihn die Fans, heute wittern sie Verrat – schließlich wechselte der 24-Jährige zum Stadtrivalen Barça. Bei seinem Comeback im Januar erklang ein gellendes Pfeifkonzert. Nun könnte er sich mit dem roten Nationaltrikot rehabilitieren.

Er selbst nimmt’s mit Humor: „Ich möchte überall debütieren, egal ob Buhrufe oder Applaus. Das Stadion bleibt trotzdem mein zweites Zuhause.“ Die Gelassenheit passt zu seinem Spiel: kalt, berechnend, mit dem Blick eines Schachcomputers.

Olympia-gold war erst der anfang – wm wäre der knaller

Olympia-gold war erst der anfang – wm wäre der knaller

Bereits in Paris trug García olympisches Gold ein, damals noch hinter Arnau Tenas. Drei Monate später steht er vor dem Sprung auf die weltgrößte Bühne. Am 4. Mai wird er 25 – und womöglich Aspirant auf einen Stammplatz zwischen den Pfosten. Die Konkurrenz ist brutaler Luxus: Simón (bei den Löwen ein Ungeheuer), Raya (am Gaspedal der Gunners), Remiro (in San Sebastián unbestritten).

De la Fuente lacht über Gerüchte, er freue sich auf Verletzungen. „Absurd. Je mehr Qualität, desto besser für Spanien“, betont er. García selbst sieht sich als Antreiber: „Ich bringe Spannung, Training auf höchstem Niveau und die Professionalität, die eine Gruppe braucht.“

Spanien hat vier Torhüter, aber nur drei Koffer für den Flug nach Nordamerika. Die Entscheidung fällt am 15. Mai. Bis dahin muss Joan García beweisen, dass er mehr ist als ein Aufsteiger – dass er der letzte Riegel ist, der Titel sichert. Schafft er den Sprung, winkt nicht nur der WM-Einsatz, sondern die endgültige Anerkennung als Nachfolger von Iker Casillas. Die Uhr tickt. Und die Fans zählen Paraden.