Lipowitz fordert pogacar heraus: voigt sieht deutschen sprung an die weltspitze!
Die Tour de Romandie mag für Tadej Pogacar ein weiterer Triumph gewesen sein, doch der Schatten eines jungen Deutschen fiel lang über das Rennen: Florian Lipowitz. Sechs Tage lang hielt der 25-Jährige mit dem Superstar mit, verlor nur 20 Sekunden – ein Ergebnis, das im Radsportgeschäft viel Gesprächsstoff ausgelöst hat.
Ein überraschend starker gegner für den slowenen
Pogacar gewann zwar vier von sechs Etappen und untermauerte damit seinen Ruf als einer der dominantesten Fahrer der aktuellen Zeit, doch er wirkte nicht ganz so unantastbar, wie wir es von ihm gewohnt sind. Jens Voigt, Eurosport-Experte und Radlegende, analysierte: „Pogacar ist nicht da, wo er sein wollte. Vielleicht befindet er sich gerade in einer Umwandlungsphase, was sein Körpergewicht angeht. Der Übergang von 67 Kilogramm bei den Eintagesrennen im Frühjahr zu den 64 Kilogramm, seinem Idealgewicht für die Tour de France, kann sich auf seine Leistung auswirken.“
Doch der Hauptgrund für Pogacars nicht ganz so überzeugende Auftritte lag laut Voigt in der Leistung seines Gegners: „Florian war unglaublich stark. Aus Pogacars Sicht ist er gefährlich nah dran. Er zeigt keinerlei Anzeichen von Müdigkeit oder Motivationsproblemen.“

Red bull-team: lipowitz als klare nummer eins
Auch innerhalb des Red Bull-bora-Hansgrohe-Teams kristallisiert sich eine klare Hierarchie heraus. Voigt betonte: „Was wunderbar auffällt, ist, dass Lipowitz – egal ob er mit Roglic oder Evenepoel fährt – immer das bessere Ende für sich hat. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Zeichen seiner Klasse.“ Er ist der zuverlässigere und bessere Klassementfahrer im Team, eine Entwicklung, die sich bei der Tour de France fortsetzen dürfte.
Lipowitz’ Stärken liegen insbesondere in den Bergen. „Er ist der klassische Bergfahrer, der sein Tempo durchfährt und die meisten da nicht mithalten können“, so Voigt. Ihm fehlen lediglich noch „zwei Mini-Mankos: das Zeitfahren und die Spritzigkeit“. Aber auch diese Defizite scheinen in Arbeit zu sein.
Bei der Romandie zeigte Lipowitz zudem eine gewisse Ungestümtheit im Kampf um Etappensiege. „Da fehlt ihm das letzte Quäntchen Entschlossenheit. Er fährt meist von vorne und kann dann auf den letzten Metern nicht mehr zulegen. Er muss da noch kaltschnäuziger werden.“
Pogacar selbst zeigte sich beeindruckt von Lipowitz’ Leistungen und bezeichnete seinen Angriff auf der Schlussetappe als „ziemlich beeindruckend“. Ein kleiner, aber bedeutender Ritterschlag. Die beiden werden sich in den kommenden Wochen sicher noch häufiger begegnen, denn sie planen, die gleichen Tourpässe in den Alpen zu befahren. Lipowitz wird zudem ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada absolvieren und an der Slowenien-Rundfahrt teilnehmen, bevor am 4. Juli in Barcelona der Startschuss zum großen Event, der 113. Tour de France, fällt.

Ein duell, das die radsportwelt in atem hält
Florian Lipowitz hat bewiesen, dass er zu den besten Fahrern der Welt gehört. Sein Kampf gegen Tadej Pogacar bei der Tour de Romandie war ein Vorgeschmack auf ein Duell, das die Radsportwelt in Atem halten wird. Ob er die Lücke zu Pogacar endgültig schließen kann, wird die Saison zeigen, aber eines ist klar: Florian Lipowitz ist auf dem besten Weg, die Welt des Radsports neu zu ordnen.
