Sarri explota: derby a mediodía – „un insulto!“
Rom, 4. Mai – Die Stimmung im Lazio-Camp ist alles andere als rosig. Während die Biancocelesti sich gegen Cremona einen wichtigen Sieg erkämpften, brodelte Lazio-Trainer Maurizio Sarri vor Wut über die geplante Anstoßzeit des Derbys gegen Roma – ein unfassbares Mittagessen um 12:30 Uhr. Seine Reaktion: Ein regelrechter Donnerwetter-Auftritt, der die Fußballwelt in Italien erzittern lässt.
Die anstoßzeit als affront
„Das ist ein Affront gegenüber der Stadt Rom und beiden Mannschaften!“, polterte Sarri nach dem Spiel gegen Cremona. Er kann und will es nicht akzeptieren, dass die Lega Serie A die Entscheidung getroffen hat, das Derby an einem so ungünstigen Zeitpunkt stattfinden zu lassen. „Wir haben das Derby im September bereits um 12:30 Uhr mit 37 Grad gespielt. Und jetzt wieder das Gleiche? Wer hat den Kalender erstellt und das Derby an den vorletzten Spieltag gelegt? Der sollte sich demissionieren!“, forderte der Lazio-Coach, sichtlich außer sich.
Sarri kündigte an, als Protest die Interviews vor und nach dem Spiel zu boykottieren und sich nach kurzem Antreten im Stadion direkt in die Katakomben zurückzuziehen. Ein deutliches Signal an die Lega Serie A und ein Zeichen seiner Frustration über die Missachtung der Interessen von Lazio und Rom.

Ein lichtblick am horizont: die positive entwicklung
Doch nicht alles ist düster für die Biancocelesti. Trotz der Derby-Debatte sieht Sarri auch positive Aspekte in der aktuellen Form seiner Mannschaft. „Diese Mannschaft hat einen Charakter und findet die Kraft, auch in entscheidenden Momenten abzurufen“, lobte er die Leistung seiner Spieler. Besonders die Fähigkeit, in der Schlussphase noch einmal zuzuschlagen, beeindruckt den Lazio-Trainer. „Wir haben viel im Spielaufbau gewonnen, allerdings werden wir dadurch manchmal im Angriff weniger effektiv. Das ideale wäre, einen Mittelweg zu finden.“
Ein weiterer Lichtblick ist das Comeback von Mattia Rovella. „Es ist ein tolles Gefühl, ihn wieder auf dem Platz zu sehen. Ich hoffe, wir können in zehn Tagen (Anspielung auf den Coppa Italia Finale, Anm. d. Red.) sehen, was uns an ihm gefehlt hat“, sagte Sarri mit einem Augenzwinkern. Seine Rückkehr könnte entscheidend für die Ambitionen der Biancocelesti sein.
Ob Sarri trotz seines auslaufenden Vertrags (2028) in Zukunft noch an der Seitenlinie der Biancocelesti stehen wird, bleibt abzuwarten. „Es fehlen noch vier Spiele, davon zwei sehr wichtige. Am Ende der Saison werden wir mit den Verantwortlichen sprechen und sehen, ob die Voraussetzungen für eine Vertragsverlängerung gegeben sind.“
Während bei Lazio Kampfgeist und Hoffnung herrscht, herrscht bei der Cremonese tiefe Enttäuschung. Trainer Marco Giampaolo sprach von einer „faustschlagartigen Niederlage“ und kritisierte die vergebenen Chancen. Die Zukunft der Grigi hängt am seidenen Faden, und die Frage nach dem Verbleib in der Serie A ist offener denn je.
Fazit: Sarri macht deutlich, dass er nicht bereit ist, Kompromisse bei der sportlichen Integrität einzugehen. Ob seine Protestaktionen etwas bewirken werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Das Derby wird ein brisantes Duell, das nicht nur sportlich, sondern auch emotional vielversprechend wird.
