Galatasaray fordert geld vom fc liverpool: langs daumen-crash wirft schatten

Ein Daumen zwischen zwei Werbetafeln – und nun droht ein Rechtsstreit zwischen Galatasaray und dem FC Liverpool. Der türkische Rekordmeister verlangt Schadenersatz für den Ausfall von Noa Lang und will sich die Gehaltssumme von der UEFA rückerstatten lassen.

Die szene, die alles auslöste

26. Minute in Anfield, Ecke für Galatasaray. Noa Lang jagt den Ball an der Anfield Road entlang, rutscht aus, klemmt sich den Daumen zwischen zwei Boarding-Elemente. Blut, Pfeifen, Auswechslung. Diagnose: tiefe Schnittwunde, sofortige Operation. Die Folge: Lang fällt wochenlang aus, Galatasaray verliert das Achtelfinal-Rückspiel 0:4 und fliegt aus der Champions League.

„Wir prüfen gerade mit Anwälten, wie wir unseren Schadenersatzanspruch gegen die UEFA durchsetzen“, sagt Galatasaray-Generalsekretär Eray Yazgan beim TV-Sender HT Spor. Konkret geht es um die Gehaltszahlungen für Lang – umgerechnet rund 220.000 Euro pro Monat –, die der Klub nun zurückhaben will. Sollte die UEFA ablehnen, droht Yazgan mit einer Zivilklage. Der Vorwurf: mangelhafte Sicherheit rund um den Platz.

Warum die forderung kaum aussicht hat

Warum die forderung kaum aussicht hat

Juristen kichern bereits. Die UEFA haftet nur für Bau- oder Sicherheitsmängel, die sie selbst zu vertreten hat. Die Banden aber stehen unter der Verantwortung des Heimklubs – hier Liverpool. Der wiederum hat sie von einem zertifizierten Drittanbieter mieten lassen. Drei Ebenen, drei Vertragswerke, null klare Adresse. „Die Kette ist so verworren, dass am Ende niemand zahlt“, sagt ein europäischer Verbands-Anwalt, der schon ähnliche Fälle begleitet hat.

Dazu kommt: Lang war nicht mit voller Wucht gegen eine ungesicherte Wand gekracht, sondern steckte sich aktiv zwischen zwei Platten. Ein Eigenrisiko, das Gerichte selten honoriert. Die Reputation des Spielers spricht ebenfalls nicht für ihn – im Oktober 2025 hatte er sich bei einem TikTok-Video mit einer Glasflasche einen Zeh gebrochen. Galatasaray schickte ihn damals aufgrund „fehlender Profireife“ für zwei Wochen ins Trainingslager nach Konya.

Der preis der leidenschaft

Der preis der leidenschaft

Lang selbst spielt den coolen Nederländer. Auf Instagram postet er ein Foto mit dickem Verband, dazu nur: „Shit happens.“ Die Fans feiern ihn trotzdem, denn ohne ihn wäre das Achtelfinale gar nicht erst erreicht worden. Drei Assists in der Gruppenphase, zwei Tore gegen Leipzig – seine Zahlen sprechen eine deutlichere Sprache als die Juristen.

Galatasaray steht nun vor einem Dilemma: Mit der Klage würde der Klub offiziell zugeben, dass der Ausfall den K.o. bedeutete. Das wiederum könnte die eigene sportliche Leistungsfähigkeit infrage stellen – und sich wie ein Bumerang auf Sponsoring-Verhandlungen auswirken. Die Alternative: die Forderung stillschweigend beerdigen und stattdessen die Versicherung einschalten. Dort wartet allerdings eine Klausel, die Ausfälle durch „selbstverschuldete Unfälle“ ausschließt.

Am Ende bleibt eine simple Rechnung: Ein Daumen, ein paar Quadratzentimeter Plexiglas, 220.000 Euro monatlich. Der Sport ist bereits verrückt genug. Manchmal reicht ein einziger Moment, um die Kasse zu öffnen – oder um sie zuzuklappen.