Gidsel jagt den mythos yoon – warum er den torrekord doch nicht packt

227 Treffer, neun Spieltage, 97 Tore Luft nach oben. Mathias Gidsel führt die HBL-Torschützenliste an, doch der dritte „Welthandballer“-Titel scheint ihm leichter zu fallen als der eine, den wirklich niemand knackt: Kyung-Shin Yoons ewige 324-Tore-Marke aus der Saison 2000/01.

Der elf-tore-auftritt gegen erlangen war ein statement – und ein beweis für seine schwäche

45:29 – die Füchse fegen Erlangen weg, Gidsel trifft elfmal. Alle aus dem Feld. Kein Siebenmeter. Genau dort liegt der Haken. „Wenn du nicht gut genug bist, um die Siebenmeter zu werfen, ist dieser Traum ein bisschen unrealistisch“, sagt der Däne und lacht das Lachen eines Mannes, der sich selbst und seine Grenzen kennt.

Die Zahlen sind verrückt: 25 Tore Vorsprung auf Verfolger Kai Häfner, 37 Partien, 6,1 Treffer pro Spiel. Doch selbst wenn Gidsel seine Moment-Rate durchzieht, landet er bei 281 Toren – 43 unter Yoons Rekord. Die Rechnung ist einfach, die Erkenntnis bitter.

Warum gidsel trotzdem der gefährlichste mann der liga bleibt

Warum gidsel trotzdem der gefährlichste mann der liga bleibt

Er spielt nicht für die Statistik, er spielt für den Sieg. Das ist kein Spruch, sondern taktische Realität. Gidsel erzielt seine Tore aus dem Rückraum, aus dem Kreis, aus dem Halbüberzahlslauf. Er ist Linkshänder, Weitsprung-Dynamo, Spielverlager-Meister. Jeder Ball, den er berührt, beschleunigt das Berliner Tempo. Jeder Pass, den er gibt, öffnet Räume, die andere nicht mal sehen.

Die Frage ist nicht, ob er kann, sondern: Muss er? Der Füchse-Kader ist tiefer als je. Die Meisterschaft steht im Raum, das Final-Four-Ticket ist gebucht. Trainer Jaron Siewert schont seine Leistungsträger, rotiert, um Frische zu wahren. Gidsel wird nicht 40 Minuten pro Spiel brauchen, er wird 25 bekommen – und trotzdem entscheiden.

Marko Grgic schaffte 2023 als zweiter Spieler überhaupt die 300-Tore-Marke. Gidsel könnte es ebenfalls schaffen. Aber Yoon? Nie. Der Rekord steht in einem eigenen Universum. Gidsel weiß das. Und er spielt weiter, als wäre es egal.

Am Ende zählt nicht, ob er 324 übertrifft. Es zählt, dass er jeden Gegner in den Wahnsinn treibt – mit oder ohne Siebenmeter. Das ist seine Macht. Und die reicht fürs Finale.