Magdeburg sieht barcelona schon auf dem papier – und berlin kriegt gleich zwei goliaths

Die Champions-League schlägt zurück. Kaum ist das Achtelfinale aus dem Weg, fallen die nächsten Faustschläge auf den Tisch der beiden deutschen Giganten: SC Magdeburg muss über Ostblock-Felsen springen, um im Mai auf Barça zu treffen – ausgerechnet den Club, der ihm vor zwei Wochen die Rote Karte in Form eines 36:29 gezeigt hat. Die Füchse Berlin? Die ziehen schon eine Runde früher gegen den Gewinner aus Veszprém oder PSG, also gegen Europas Geld- und Galaktik-Fraktion. Der Turnierbaum lügt nicht: Der Titel ist nur mit blutenden Fingern zu greifen.

Magdeburg bekommt kielce oder szeged – und kennt beide gut genug

Am 29. April geht’s los, Hinspiel im Getec-Arena-Kessel. Gegner wird entweder KS Kielce (Polens Rumpel-Truppe mit karthagischem Temperament) oder SC Pick Szeged (Ungarns Wundertüte mit neun linkshänd Weltstars) – das Duell der beiden Osteuropäer entscheidet sich am 2. und 8. April. Für Magdeburg kein Neuland: Gegen Szeged setzte es in der Gruppenphase zwei Siege (40:32, 34:30), doch die Ungarn spielten damals ohne Torhüter Mikler und ohne Kreisläufer Bánhidi. Kielce wiederum schlurfte als Dritter hinter Aalborg und Berlin durch die Vorrunde, hat aber in Alex Dujshebaev und Dylan Nahi zwei Leute, die in der Lage sind, ein Spiel mit zwei Paraden und drei Treffern zu drehen.

Die Wiegert-Truppe darf sich trotzdem nicht verstecken. Mit 72 Treffern aus sieben Spielen ist Matthias Musche derzeit der effizienteste Rückraumsschütze des Wettbewerbs, und Torwart Matthias Puhlmann lag vor der Länderspielpause bei 38 Prozent Paradequote – ein Wert, der selbst Barça-Keeper Gonzalo Pérez de Vargas ins Schwitzen bringt. Das Problem: Die Abwehr kassierte in den letzten 60 Minuten gegen Barcelona acht Gegentore aus dem Kreis. Genau diese Lücke würden Kielce oder Szeged sofort mit Kanonenbeschuss nehmen.

Füchse berlin bekommen das schreckensszenario schon im viertelfinale

Füchse berlin bekommen das schreckensszenario schon im viertelfinale

Während Magdeburg also auf Halbfinale spekuliert, steht den Füchsen bereits im Viertelfinale ein Gipfelsturm bevor. Auslosungsglück? Fehlanzeige. Entweder Veszprém mit Rasmus Lauge und dem ungarischen Torfabrik-Nachschub oder PSG mit Kamil Syprzak und „Katy“ Nielsen – zwei Teams, die sich gegenseitig um die Final-Four-Tickets kloppen, bevor sie überhaupt Berlin sehen. Das Hinspiel findet am 27. April in der Max-Schmeling-Halle statt, das Rückspiel am 4. Mai in Ungarn bzw. Frankreich. Berlin hat in dieser Saison gegen Veszprém 61:61 und gegen PSG 57:57 gespielt – eng genug, um Hoffnung, aber auch eng genug, um einen K.o.-Schlag zu kassieren.

Trainer Jaron Siewert muss vor allem seine Rotation sichern. Linksaußen Hans Lindberg ist mit 34 Jahren noch immer Toptorjäger (53 Treffer), aber die Minutenlast steigt. Kreisläufer Julius Kühn spielt derzeit die beste Saison seiner Karriere (92 % Trefferquote aus dem Feld), doch gegen Veszpréms Bordó-Sperre oder PSG’s 3-2-1-Monster wird jeder Wurf ein Kraftakt. Die gute Nachricht: Berlin ist seit 14 Heimspielen ungeschlagen – ein Polster, das Selbstvertrauen tankt.

Am samstag kommt der bundesliga-vorblick – und liefert die antwort auf alle fragen

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Wer will wissen, ob Magdeburgs Kreisabwehr repariert ist und ob Berlins Sieben länger durchhält, sollte am Samstag um 16.05 Uhr (Dyn) die Augen auf Magdeburg richten. Dann empfangen die Füchse den Titelverteidiger – und beide Teams wissen: Wer hier die Nase vorn hat, trägt Schwung in das europäische Faustfeuer. Die Tabelle? Magdeburg führt mit zwei Punkten Vorsprung, aber Berlin hat das bessere Torverhältnis. Die Stimmung? 6.500 Fans, Derby-Feuer, Saisonfinale im März – ein Vorgeschmack auf die Champions-League-Gezeiten im April.

Die Bilanz ist hart, aber ehrlich: Deutschland hat zwei Teams im Rennen, doch der Weg zum Pokal führt über Barcelona, Veszprém oder Paris – und über die eigene Schwächephase. Die Karten liegen offen. Jetzt zählt nur noch, wer die Nerven länger behält. 14 Tage bis zum Viertelfinale. 42 Tage, bis wir wissen, ob der Titel in Deutschland bleibt – oder ob Europas Geldmaschinen wieder zuschlagen.