Hjulmand wirft englische woche als bremse aus: zwölf cl-spiele zehren

Kasper Hjulmand redet Klartext. Die englische Woche hat Bayer Leverkusen laut dem dänischen Trainer mehr gekostet als nur Trainingszeit – sie frisst Energie, frisst Punkte, frisst die letzte Chance auf die Champions League. „Wir sind die Jäger, klar. Aber die Beute wird leichter, wenn der Gegner nicht schon 300 intensive Minuten in den Waden hat“, sagt er vor dem Auftritt beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim.

Die rechnung geht nach hinten los

Elf Pflichtspiele in 28 Tagen – das ist kein Programm, das ist ein Marathon mit Sprint-Intervallen. Hjulmand zieht die Bilanz: zwölf Champions-League-Partien stehen in der Statistik, RB Leipzig und TSG Hoffenheim dagegen schauten der europäischen Hauptversammlung nur im TV zu. „Die haben Frische, wir haben Kilometer“, sagt er und deutet auf die Tabelle, wo Leverkusen Sechster ist, drei Punkte hinter Leipzig, fünf vor Hoffenheim. Die Lücke klingt klein, fühlt sich an wie ein Graben.

Am Samstag droht ein Nebeneffekt: Wer in Heidenheim verliert, rutscht möglicherweise auf Platz sieben – und damit raus aus allen internationalen Ränken. Die Achtung vor dem Aufsteiger ist groß, die eigene Ausgangslage prekär. „Wir brauchen drei Punkte, sonst wird es ein Frust-Frühling“, sagt Hjulmand. Die Worte klingen wie ein Seufzer, der sich in der Kabine fortsetzt.

Flekken oder blaswich – hjulmand schweigt

Flekken oder blaswich – hjulmand schweigt

Torhüter-Frage offen, System-Frage offen, Zukunftsfrage offen. Mark Flekken ist wieder fit, Janis Blaswich hält nach seinem Gala-Auftritt in Arsenal die Handschuhe fest umklammert. Hjulmand will sich nicht festlegen. „Ich entscheide kurz vor Anpfiff. Beide haben mir Argumente geliefert, ich suche das passende für den Gegner.“ Klingt nach Psychospiel, ist aber eher ein Versuch, den Druck zu verteilen.

Die Länderspielpause naht wie ein Rettungsanker. Hjulmand plant bereits Mini-Lehrgänge, will „Details im Positionswechsel“ schärfen, will „Automatismen auf ein neues Level“ heben. Ob das reicht, wenn die Konkurrenz im Sofa sitzt und die Oberschenkel kühlt? Die Antwort liefert der Rasen in Heidenheim – und die Uhr tickt lauter als je zuvor.