Vfb stuttgart stürzt ins endspiel: hoeneß will jetzt beide krone holen
Das 1:1 gegen Bremen war ein Stolperer, kein Beinbruch. Jetzt zählt nur noch das letzte Sprintduell in Sinsheim. Sebastian Hoeneß und sein VfB wissen: Wer am Samstag die TSG überrollt, spielt nächste Saison Champions League. Alles andere wäre eine Enttäuschung.
„Wir starten von platz vier – das ist luxus“
Die Zahlen sind glasklar. 57 Punkte stehen für Stuttgart und Hoffenheim in der Tabelle, nur vier Treffer Tordifferenz halten die Schwaben vorn. Dahinter lauert Bayer Leverkusen mit 55 Zählern. Hoeneß sieht kein Drama, sondern eine Riesenchance: „Wir spielen aus der Position des Vierten. Wer so etwas noch als Nachteil verkauft, hat den Sport nicht verstanden.“
Der Coach spricht schnell, fast schon flüsternd, als wolle er die eigene Mannschaft hypnotisieren. Die Botschaft: Vergessen wir Bremen, denken wir an Berlin. Denn nach dem Pokal-Halbfinal-Sieg gegen Freiburg winkt nun das Double aus Pokalsieg und Königsklasse. Hoeneß will sich nicht entscheiden. „Warum sollte ich? Wir haben beides selbst in der Hand.“

Demirovic schwört: „große spiele liegen uns“
Ermedin Demirovic traf gegen Bremen nicht, doch er strahlt trotzdem. „Am Ende weiß jeder: Wir können Topspiele“, sagt der Stürmer und klingt, als hätte er das Drehbuch selbst geschrieben. Tatsächlich hat Stuttgart in dieser Saison alle Top-Five-Teams mindestens einmal geschlagen. Die letzte Hürde heißt jetzt Hoffenheim, dann Leverkusen, dann Frankfurt. Ein Programm, das selbst Bayern-Profis nervös machen würde.
Sportvorstand Fabian Wohlgemuth reibt sich die Hände. „Wir haben Europa League bereits sicher. Wenn das I-Tüpfelchen Champions League folgt, reden wir nicht mehr von gut, sondern von historisch.“ Drei Jahre nach dem Abstiegsdramen könnte der Klub erstmals seit 2010 wieder in der Königsklasse stehen. Die Fan-Hymne „Europa wir kommen“ bekommt plötzlich eine neue Melodie.

Hoeneß’ plan: köpfe frei, dann vollgas
Am Donnerstag feierte der VfB noch das Pokalfinal-Ticket, am Samstag soll die nächste Sternstunde folgen. Hoeneß gibt den Spielern 24 Stunden Freizeit, dann geht’s in die Video-Analyse. „Wir müssen die Köpfe frei kriegen. Wer jetzt noch Energie für Frust verschwendet, verpasst das große Ziel.“
Die TSG wartet mit der besten Heimbilanz der Rückrunde. Stuttgart allerdings mit der besten Auswärtsbilanz. Das Duell ist offen wie einst bei Schumacher gegen Hakkinen. Der Unterschied: Hier geht es nicht um Sekunden, sondern um Millionen und um den Traum, im nächsten Jahr Real Madrid empfangen zu dürfen.
Leverkusen beobachtet, Hoffenheim attackiert, Stuttgart lacht – zumindest nach außen. Die Maske sitzt. Ob sie am Samstagabend noch lächelt, entscheidet 90 Minuten Rasen. Für Hoeneß gibt es nur ein Motto: Siegen, dann noch einmal siegen. Alles andere wäre halbe Sache. Und halbe Sachen zählen in dieser Saison nicht.
