Bayern gegen paris: kann kompanys taktik den trend wenden?

München bangt, Paris hofft – das Rückspiel im Halbfinale der Champions League zwischen Bayern und Paris Saint-Germain verspricht ein nervenaufreibendes Duell. Nach dem Hinspiel, das mit 5:4 an die Pariser ging, stehen die Weichen auf dramatische 120 Minuten. Doch könnte die turbulente Ausgangslage für den gebeutelten FC Bayern tatsächlich ein Vorteil sein?

Die joker aus der zweiten reihe

Während Paris am Wochenende gegen Lorient mit einer fast schon komplett neuen Mannschaft antreten ließ, setzte Vincent Kompany gegen Heidenheim auf eine überraschende Waffe: Michael Olise. Der ehemalige Crystal Palace-Spieler bewies mit einem Tor und einer Vorlage sein Potenzial und könnte im Rückspiel eine entscheidende Rolle spielen. Ein echter Glücksgriff?

Das Hinspiel ließ keinen Zweifel daran, dass die Bayern, trotz der kurzfristigen Absagen und der ungewohnten Aufstellung, noch lange nicht am Ende sind. Die Fitness der Pariser wirkte bereits angeschlagen, insbesondere bei Spielern wie Ousmane Dembelé, der in der Ligue 1 kaum Stammspieler ist. Seine neun Startelfeinsätze seit Anfang Mai sprechen Bände.

Die Personalsituation bei den Bayern ist zwar angespannt, aber Kompany scheint die richtigen Antworten zu finden. Die Rückkehr von Tom Bischof nach einer Wadenverletzung ist ein Lichtblick, und Lennart Karl könnte ebenfalls in die Rotation rücken. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Hakimis ausfall und die fitnesskurve

Hakimis ausfall und die fitnesskurve

Ein weiterer Trumpf für die Münchner: Der Ausfall von Achraf Hakimi. Das Hinspiel hat deutlich gezeigt, dass die Kompanys Mannschaft auch kurz vor Saisonende noch ein hohes Tempo annehmen kann. Während PSG-Profis offensichtlich an ihre Grenzen stoßen, drückte der FC Bayern auf den Ausgleich. Das spricht für die Fitness und den unbedingten Willen der Bayern.

Konrad Laimer übernahm im Hinspiel nach der Pause die Rolle des Linksverteidigers, als Alphonso Davies angeschlagen ausschied. Ob Kompany am Mittwoch erneut auf diese Konstellation setzt oder Davies früher ins Spiel bringt, bleibt abzuwarten. Leon Goretzka, obwohl am Wochenende mit zwei Toren erfolgreich, hatte im Hinspiel Schwierigkeiten. Seine Einsatzzeit wird wohl von der Spielsituation abhängen.

Die Abwehr um Kim Min-Jae könnte in der Schlussphase entscheidend sein, um die Angriffe von PSG abzufangen. Raphael Guerreiro und Serge Gnabry fallen weiterhin aus, der Youngster Bara Sapoko Ndiaye ist nicht für die Königsklasse gemeldet.

Die Frage ist nicht, ob der FC Bayern die Herausforderung meistern kann, sondern wie weit sie bereit sind, alles zu riskieren. Die Fans in der Allianz Arena dürfen sich auf ein Spektakel einstellen.