Sporting gijón: zehnte saison in der segunda – ein déjà-vu des scheiterns?
Ein kalter Wind weht über Gijón: Der Traum von der Rückkehr in die erste Liga ist geplatzt. Nach einer verkrampften Vorstellung in Córdoba, wo man mit 2:3 unterging, steht für den Sporting Gijón fest, dass die Saison bereits jetzt zu Ende ist. Die Hoffnung auf eine späte Rallye, die zumindest die Nähe zur Playoff-Zone ermöglichen könnte, ist verpufft.
Die bittere wahrheit: eine auswärtskatastrophe
Die Niederlage in Córdoba war kein Einzelfall. Sie manifestierte eine tief sitzende Problematik, die den Sporting Gijón seit Jahren begleitet: die Unfähigkeit, regelmäßig Punkte auswärts einzufahren. Zwölf Niederlagen in 18 Auswärtsspielen – ein historischer Tiefpunkt, der an die Saison 1961/62 erinnert. Das entspricht einem erschreckenden Wert von 67% verloren gegangenen Punkten auf fremdem Boden. Es ist eine erschütternde Bilanz, die die Verantwortlichen und die Fans gleichermaßen in Frage stellt.
Was niemand so recht zugeben will: Die ständige Rotation im Kader, die fehlende Konstanz und die daraus resultierende Ermüdung haben den Spielern zu sehr zugesetzt. Juan Otero, einer der wenigen Lichtblicke in dieser enttäuschenden Saison, brachte es auf den Punkt: „Wir haben immer mit den gleichen gespielt und die Müdigkeit ist da.“ Eine ehrliche, wenn auch wenig tröstliche Feststellung.

Orlegi unter beschuss: die fans drehen sich ab
Der sportliche Misserfolg hat längst auch die Verantwortlichen des Grupo Orlegi in den Fokus gerückt. Die Unzufriedenheit in der Fangemeinde ist groß und wächst mit jeder weiteren enttäuschenden Leistung. Entscheidungen, die aus sportlicher Sicht wenig nachvollziehbar sind, haben das Vertrauen in die Vereinsführung weiter untergraben. Das Auswärtsspiel in Córdoba war ein Spiegelbild dieser Situation: eine passive Mannschaft, ein desorganisiertes Kollektiv und eine klare Resignation.
Es bleiben noch fünf Spieltage, aber die Motivation scheint verloren. Gegen Ceuta und Almería werden die Augen der Fans auf die letzten Aufmunterungen gerichtet sein. Doch die Wahrheit ist unausweichlich: Der Sporting Gijón steuert auf seine zehnte Saison in der Segunda zu – ein Teufelskreis, aus dem es schwer erscheint, auszubrechen. Der Kader wird in Teilen erneuert werden müssen, aber die eigentliche Herausforderung liegt darin, eine funktionierende Spielphilosophie zu entwickeln und die Fans wieder von der Mannschaft zu begeistern. Sonst wird der nächste Sommer wieder mit derselben Ernüchterung beginnen.
