Strolz darf bleiben: ösv bricht regel für olympia-helden
Ein 15. Platz in Kitzbühel rettet keine Karriere – eigentlich. Doch Johannes Strolz hat bei Ski Austria noch ein Ass im Ärmel: zweimal Gold, einmal Legende. Der Verband schlägt die Statuten in die Tonne und verlängert trotz Absturz aus den Top 30.
Die talfahrt nach peking
Seit seinem Doppel-Coup von 2022 rutschte der Vorarlberger Stück für Stück ab. Sechs Punkteränge im Slalom, kein Top-Ten-Ergebnis, Rang 31 in der Startliste – die Zahlen lügen nicht. Kranjska Gora wurde zur Zerreißprobe: Kein Finale, kein C-Platz mehr, eigentlich Ende.
Strolz selbst spricht offen: „Ich bin nicht blind. Die Uhr tickt.“ Dennoch stürmte er nach dem letzten Slalom die Büros in Innsbruck. Gruppentrainer Robert Füss, Herren-Chef Marko Pfeifer und Alpin-Direktor Christian Mitter hörten zu, sahen Trainingsdaten, Videos, Herz. Entscheidung: Sonderregel.

Mehr rennen, weniger training
Die neue Strategie klingt paradox. Statt auf Schneekanonen und Gletscher zu setzen, soll Strolz künftig zweimal pro Woche in Europacup oder FIS-Rennen starten. „Wettkampfhärte kommt nicht vom Zirkeltraining“, sagt Füss. Der Plan: Rhythmus statt Rücksicht, Punkte statt Protokoll.
Der interne Machtkampf wird brutal. Mit Manuel Feller, Fabio Gstrein und dem aufstrebenden Lukas Feurstein buhlen mindestens drei weitere Slalom-Spezialisten um dieselben Startplätze. Strolz muss sich in den Sommercamps vor der Kamera beweisen – kein Training wird live übertragen, jedes Tor aber schon.
Die Uhr läuft. In 180 Tagen geht’s in Sölden los. Bis dahin will Strolz nicht nur die 30 besten, sondern wieder die 10 schnellsten Skifahrer der Welt jagen. Die Ausnahme ist erteilt, die Gnade beträgt genau eine Saison. Danach zählt nur noch die Stopptafel – und die lügt nie.
