Spanien wirft den hut in den ring: u21-em 2029 soll ins land holen
Die spanische Fußball-Föderation will 33 Jahre nach dem letzten Triumph zurück auf die europäische Bühne – und diesmal mit dem ganzen Kontinent als Zuschauer. Am Dienstag landete bei der UEFA ein dickes Kuvert: Madrid bewirbt sich offiziell um die U21-Europameisterschaft 2029. Ein Schachzug, der nicht nur sportlich gemeint ist.
Die argumente sind schwer wie ein pokal
Spanien kann auf fünf Titel aufbieten – Rekord, geteilt mit Italien. Das reicht den Verantwortlichen als Visitenkarte. „Wir haben die Jugend-EM schon fünfmal gewonnen, nun wollen wir zeigen, dass wir auch Gastgeber sein können“, sagt ein Föderationsinsider, der nicht namentlich genannt werden will. Die letzte Austragung auf spanischem Boden liegt hingegen 30 Jahre zurück: 1996 spielten sich nur vier Teams in einem K.-o.-System das Finale aus – heute ein Kuriosum.
Die Bewerbung kommt nicht aus dem Nichts. Rafael Louzán, Präsident der Real Federación Española de Fútbol, hat die Lobby-Arbeit Monate im Voraus aufgenommen. Madrid setzt auf ein Netzwerk von Stadien, das zwischen 15.000 und 40.000 Plätze bietet, und auf ein Klima, das im Juni keine Extrazeit für Rasenheizung erfordert. Ein Detail, das bei der UEFA gut ankommt.

Austria sticht in dieselbe kerbe
Die Konkurrenz ist allerdings schon auf der Matte. Österreich hat seine Kandidatur parallel eingereicht und trumpft mit der jüngsten EURO 2028-Erfahrung auf, die man gemeinsam mit der Schweinischen Fußballbund ausrichtet. Die Alpenrepublik kann vor allem mit Infrastruktur und einem gezählten Budget punkten – ein Argument, das seit Corona schwerer wiegt als jedes Trophäenregal.
Für Spanien wäre der Zuschlag mehr als ein Prestigeprojekt. Die U21-EM gilt als Sprungbrett für den Profi-Fußball; Lamine Yamal und Pedri bewiesen zuletzt, wie schnell Talente hier ins Rampenlicht katapultiert werden. Ein eigenes Turnier würde die „La Rojita“-Pipeline weiter ölen – und Millionen an Fernsehgeldern sichern. Derzeit führt Spaniens Qualifikationsgruppe A souverän mit 15 Punkten, das Ticket für die Endrunde 2027 in Serbien und Albanien ist so gut sicher.
Die Entscheidung fällt am 6. Dezember 2026. Dann wird in Nyon nicht nur ein Name gezogen, sondern auch ein Signal gesetzt: Wer Jugendförderung ernst nimmt, muss auch investieren. Spanien hat den Scheck offenbar schon ausgestellt.
