Real zaragoza schlägt alarm: spielerhäuser verwüstet, drohbriefe im vereinsbüro
Ein Schock geht durch Aragón. In der Nacht zum Donnerstag stehen vor dem Stadion La Romareda Polizeiwagen, die Bullen durchsuchen die Jugendakademie, und bei drei Profis klingelt das Telefon: „Wir wissen, wo deine Kinder zur Schule gehen.“ Der Real Zaragoza reagiert mit einem wütenden Communiqué, das die rote Linie benennt: Gewalt gegen Familien ist kein Fanprotest mehr, sondern Straftat.
„Kritik ja, aber keine einschüchterung“
Der Klub spricht von Vandalismus an Privatadressen, von zerkratzten Autos und Bedrohungen gegen Ehepartner. Die Geschäftsführung nimmt die sportische Misere – Tabellenplatz 17, nur zwei Punkte vor dem Abstiegsstrich – voll auf sich: „Wir tragen die Verantwortung, wir akzeptieren Buh-Rufe und Pfiffe.“ Doch das reicht offenbar manchen nicht. Wer jetzt Spielerkinder verfolgt, überschreitet laut Verein „jede Grenze einer zivilisierten Gesellschaft“.
Die Policía Nacional bestätigt Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Nötigung. Laut Innenministerium wurden bisher keine Festnahmen vermeldet, aber Sicherheitskameras an der Ciudad Deportiva sollen Aufnahmen von Maskierten liefern, die in den frühen Morgenstunden mit Spraydosen das Vereinswappen beschmierten.

Mehrheit der anhänger distanziert sich
Die Ultrà-Gruppen Brigadas Azulgranas und El Fondo Norte haben sich inzwischen öffentlich von den Übergriffen lossgesagt. Auf Twitter kursiert ein Foto, auf dem Fans vor dem Haus des Kapitäns Alberto Zapater Blumen ablegen – ein Symbol gegen die Angst. Die Spielergewerkschaft AFE kündigte Rechtsbeistand an und berät weitere Schritte.
Für Samstag (18.30 Uhr/DAZN) gegen Aufstiegskandidat Real Valladolid droht dem Klub ein Geisterspiel, sollte die Gewalt eskalieren. Die Liga-Behörde prüft, ob die Partie unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. Trainer Fran Escribá muss neben dem sportischen Druck nun auch die Psyche seiner Mannschaft stabilisieren. „Wir spielen nicht nur für Punkte, sondern für die Würde unserer Familien“, sagte er nach dem Abschlusstraining.
Die nächsten vier Spiele entscheiden über den Klassenerhalt. Der Verein ruft zu Kartenkäufen statt Steinwürfen auf. Die Botschaft ist klar: Wer den Real Zaragoza liebt, beweist das im Stadion – und nicht mit brennenden Böllern vor Kinderzimmerfenstern.
