Jódar trifft auf borges: 19-jähriger jagt nächsten clay-coup in rom
Rafa Jódar spürt den Druck nicht. Der 19-jährige Madrilene, jüngster Top-100-Spieler der Welt, trifft beim Masters 1000 in Rom auf Nuno Borges – und hat die Chance, das nächste Kapitel seiner Märchen-Saison zu schreiben.
Borges schickt warmsignal mit kantersieg
Der Portugiese ließ gegen Jesper de Jong vom ersten Ballwechsel an keine Fragen offen: 6:3, 6:0 in 62 Minuten. Borges, 29 Jahre alt, Rang 52, servierte sieben Asse und brachte de Jong in den beiden Sätzen nur auf 18 Punkte. Die Statistik lügt nicht: Auf Sand läuft bei ihm seit zwölf Monaten etwas. Der Beweis? Sein einziger ATP-Titel in Bastad 2024 – im Finale gegen keinen Geringeren als Rafael Nadal.
Jódar kennt ihn nur aus Videoanalysen. Direkte Duelle gibt es keine. „Er bringt viel Erfahrung mit, aber ich spiele mein Spiel“, sagte der Spanier nach dem Training auf dem Court Centrale. Die Zahlen sprechen für ihn: 12 Siege bei nur zwei Niederlagen auf Sand in dieser Saison, Titel in Marrakech, und beide Pleiten gegen Top-Ten-Reihe (Sinner, Fils).

Termin steht, uhrzeit folgt
Erster Auftritt im Foro Italico: Freitag, Platz noch offen. Die Organisatoren rechnen mit vollem Haus – Italiens Tennis-Fans haben den Newcomer länger auf dem Kieker. Movistar+ überträgt live, MARCA.com liefert parallel Daten und Radio-Kommentar.
Jódar absolvierte gestern Abend noch eine Nachmittagseinheit mit seinem Fitnesstrainer. 45 Minuten Sprints, anschließend Volley-Drill. Keine Show, pure Vorbereitung. „Rom ist laut, rom ist heiß, rom ist meine nächste Prüfung“, postete er auf Instagram. Die Likes sprudeln, aber er schaltet das Handy aus, sobald er die Anlage betritt.
Borges wird versuchen, das Tempo hochzuschrauben, früh aufzuschließen und den Teenager ins Laufduell zu zwingen. Jódar dagegen setzt auf variantenreiche Topspin-Bälle und sein instinktives Netzspiel. Wer die erste Satzführung ergattert, gewinnt in der Regel auch das Match – so lautet die Bilanz der beiden auf Sand.
Die Siegerprämie für das Achtelfinale: 62.325 Euro. Für Jódar wäre es das höchste Preisgeld seiner noch jungen Karriere. Doch das zählt gerade nicht. „Ich will Punkte, nicht Euros“, sagte er am Rande der Pressekonferenz. Die ATP-Rangliste ist sein Kompass, und ein Viertelfinale in Rom würde ihn in Reichweite der Top 20 bringen.
Die Uhr tickt, das Feld dampft. In der ewigen Stadt wartet die nächste Stufe. Und Jódar? Der geht sie mit 19 Jahren schon selbstbewusst hoch – Schritt für Schritt, Winner für Winner.
