Sc freiburg: kann das stadion wunder wirken?
Ein knapper Rückstand, ein ausverkauftes Stadion und der Traum vom Europa-League-Finale – der SC Freiburg steht vor einer Mammutaufgabe. Am Donnerstag empfängt das Team von Julian Schuster Sporting Braga zum Rückspiel des Halbfinales, und die Ausgangslage ist trotz des 1:2 aus dem Hinspiel alles andere als aussichtslos. Doch es wird mehr als nur Fußball auf dem Rasen brauchen, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Die mentale stärke als schlüssel zum erfolg
Matthias Ginter, Routinier und Abwehrchef, weiß, worauf es ankommt: „Es ist wichtig, Kontrolle und Disziplin zu behalten, aber wenn möglich, müssen wir das Tempo vorgeben und ins Machen kommen.“ Die Atmosphäre im ausverkauften Stadion soll dabei eine entscheidende Rolle spielen. Die „Wucht des eigenen Stadions“, wie Ginter es nennt, kann den Freiburgern zusätzlichen Auftrieb geben. Denn neben dem Heimvorteil lastet auch die Erfahrung schwerer Spiele auf den Schultern der Mannschaft.
Julian Schuster betonte nach dem Hinspiel, dass er „eine der größten Lehren“ daraus gezogen habe: „zu wissen, was für Qualitäten da sind.“ Braga mag den Ball gerne in den eigenen Reihen halten und verfügt über offensive Qualitäten, doch der SC Freiburg ist zuhause gefürchtet. Die Portugiesen haben zwar die bessere Ausgangsposition, doch der SC hat bereits im Achtelfinale gegen Genk eine Hinspielniederlage eindrucksvoll gedreht. Auch im Viertelfinale gegen Celta Vigo zeigte der Sport-Club eine starke Leistung. Ein bitterer Verlust ist der Ausfall von Yuito Suzuki, der sich im Spiel gegen Wolfsburg einen Schlüsselbeinbruch zuzog. Schuster kommentierte den Ausfall des Japaners mit den Worten: „Für ihn ist das ein sehr ungünstiger Moment“.
Die Fans stehen geschlossen hinter dem Team. Die Kartenanfragen im Umfeld des Spiels sind maximal angestiegen, und die Zuschauer werden zweifellos einen Beitrag zum Kampfgeist der Mannschaft leisten. Ginter, der seine Karriere bereits mit Borussia Dortmund und der Nationalmannschaft gekrönt hat, wünscht sich für seine Heimatstadt und seinen Ausbildungsverein nichts mehr, als den Finaleinzug und den Triumph. „Für alle hier, die schon jahrelang hier sind, wünsche ich mir, dass sie mal das Gefühl bekommen, wie es ist, einen Titel zu gewinnen, es gibt nichts Größeres“, so Ginter.
Schuster konzentriert sich auf die sportliche Aufgabe, doch er lässt auch Raum für die Emotionen: „Aber allen anderen ist es erlaubt, das Spiel so groß wie möglich zu machen. Es ist die Kraft der Fußballstadt Freiburg, dass die Verbundenheit in diesen Tagen ungemein groß ist.“ Die Erinnerung an den Sieg gegen Sevilla im Viertelfinale, als Braga einen 0:2-Rückstand noch in ein 4:2 verwandelte, mahnt zur Vorsicht. Doch der SC Freiburg ist gewarnt und bereit, alles zu geben. Die Uhr tickt, und die Zeit für Träume ist jetzt.
