Nba-europa-coup: silver lockt euroleague mit milliarden-deal

Adam Silver hat den Euro-Knall gewollt. Der NBA-Commissioner schlug bei der Governors-Sitzung in New York den Ball in Richtung EuroLeague – und kündigte an, dass ein Zusammenschluss die „einzige logische Konsequenz“ sei, um den europäischen Basketball zu revolutionieren.

Die euroleague bekommt ein fünf-milliarden-angebot

Chus Bueno, seit Januar Chef der privat organisierten EuroLeague, ließ Silvers Annäherung nicht kalt. „Wenn die NBA bereit ist, fünf Milliarden Euro ins System zu pumpen, sollten wir sofort verhandeln“, sagte der Spanier der Sportzeitung Mundo Deportivo. Die Summe entspricht dem Volumen, das die NBA mit zwölf geplanten Europa-Franchises über zehn Jahre einnehmen will.

Der Plan ist gewagt: Zwischen 2027 und 2032 sollen Teams in Berlin, München, Paris, London, Rom, Madrid und fünf weiteren Metropolen auflaufen. Alba Berlin steigt gemeinsam mit der NBA in eine 15.000-Zuschauer-Arena ein – ein Joint Venture, das den deutschen Hauptstadtclub zur Gewinnerin der neuen Ära machen könnte.

Die alte rivalität fiba vs euroleague könnte beerdigt werden

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Bisher verhandelte die NBA fast ausschließlich mit dem Weltverband FIBA. Doch die ständigen Machtkämpfe zwischen FIBA und der EuroLeague blockierten jeden Fortschritt. Paulius Motiejunas, Buenos Vorgänger, hatte Silvers Pläne noch als „kaum vorstellbares Szenario“ abgetan. Seit dessen Abgang herrscht Tauwetter.

Silver selbst adressierte Bueno sogar namentlich – ein Novum nach Jahren des Funkstille. „Chus kennt das NBA-System von innen, wir haben gemeinsam das internationale Geschäft aufgebaut“, sagte Silver mit Blick auf Buenos Zeit als NBA-Vizepräsident. Die Botschaft: Vertrauen statt Konfrontation.

Doch nicht alle Champions-League-Klubeigner jubeln. Traditionsreiche Adressen wie Zalgiris Kaunas oder Partizan Belgrad drohen, ins zweite Glied zu rutschen, weil sie wirtschaftlich nicht mit PSG-Investoren oder londoner Finanzfonds mithalten können. Die Angst vor einer Basketball-Superliga à la European Super League im Fußball ist real.

Milliarden-frage: wer zahlt, bestimmt den takt

Milliarden-frage: wer zahlt, bestimmt den takt

Die NBA will 500 Millionen Euro pro Franchise kassieren – allein für den Eintritt. Dazu kommen TV-Rechte, Merchandising und ein globaler Streaming-Deal, der die EuroLeague aktuell bei 120 Millionen Euro pro Saison einstuft. Ein gemeinsamer Wettbewerb könnte diese Einnahmen laut Bueno „nahezu verdoppeln“, sofern die Liga nicht weiter zersplittert.

Kurz vor der Entscheidung steht auch die Frage der Spieler. Luka Dončić, Nikola Jokić und Giannis Antetokounmpo wuchsen mit der EuroLeague auf. Ein gemeinsames Format würde ihre Klubs im Sommer stärker mit der NBA verzahnen – und die Sternchen vom alten Kontinent wieder nach Hause holen.

Silver betonte, dass kein Klub gezwungen werde, aber auch keiner automatisch Startrecht erhalte. „Wir suchen Partner, nicht Abnehmer“, sagte er. Die Deadline tickt: Noch 18 Monate bleiben, bis 2027. Wer nicht mitzieht, riskiert, auf der neuen Weltkarte des Basketballs nur noch eine Fußnote zu sein.