Silas-beinbruch trübt mainz’ 0:0 – rückspiel in gefahr

Null Tore, ein gebrochenes Bein. Mainz 05 verlässt Olmütz mit einem 0:0, das sich wie eine Niederlage anfühlt. Denn Silas, Flügelstürmer und Tempogarant, bleibt mit einem Schien- und Wadenbeinbruch auf tschechischem Boden liegen. Die Europa-League-Träume der Rheinhessen stehen auf der Kippe – und das medizinische Personal auf dem Präsentierteller.

Chancenlos, aber unbezwungen

70 Kilometer südöstlich von Brünn verwandelt sich die Andruv-Arena in ein Schlachtfeld ohne Sieger. 1.500 Mainzer Fans, doppelt so viele wie erwartet, sehen eine Elf, die zwar die Kontrolle übernimmt, aber vor dem Tor wie gelähmt wirkt. Zweimal Silas in aussichtsreicher Position, zweimal Abseits. Zweimal da Costa per Kopf, zweimal Koutny zur Stelle. Die Statistik: fünf Torschüsse, keine gefährliche Szene – eine Nullnummer, die nach Trainingslager statt nach K.-o.-Spiel riecht.

Die Wende nach der Pause: Mainz dreht auf, Olmütz versteckt sich. Nebel schickt Weiper, Koutny pariert aus fünf Metern. Die 78. Minute – eigentlich die 79., wenn man die Nachspielzeit der Verletzung schon mitzählt. Dann der Moment, der alles überschattet: Silas bleibt nach einem Zweikampf liegen, das Bein eingeklemmt, das Knacken bis auf die Haupttribüne zu hören. Rettungssanitäter, Trage, Applaus – und danach nur noch Leere.

Operation in mainz, rückspiel ohne turbo

Operation in mainz, rückspiel ohne turbo

Der Club bestätigt am Morgen nach: Bruch des linken Schien- und Wadenbeins, Not-OP in der Universitätsmedizin Mainz. Die Saison für Silas ist vorbei, die Mission Aufstieg droht an der linken Außenbahn zu scheitern. Trainer Bo Henriksen muss nun binnen sieben Tage ein neues System basteln: Bremen am Sonntag, Olmütz am Donnerstag – zwei Spiele, die über Abstieg und Viertelfinale entscheiden könnten.

Die Tabelle lügt nicht: Mainz hat vier Pflichtspiele in Folge nicht gewonnen, die letzte Null ging gegen Bayern. Jetzt steht die Mannschaft vor der Quadratur des Kreises: wie offensive Druckphase ohne Tempodribbler, wie Abstiegsendspiel ohne Moralanker? Die Antwort gibt das Rückspiel am 19. März, 18:45 Uhr, in der Mewa-Arena – ein Spiel, das plötzlich mehr ist als Fußball. Es ist eine Frage der Tiefe des Kaders und der Breite der Tränen, die Silas im Krankenwagen vergossen hat.