Badosa: bikini-imperium statt tennis-comeback?

Paula Badosa, einst Weltranglisten-Zweite, scheint sich neu zu definieren – und das abseits des Tennisplatzes. Während ihre Karriere auf dem grünen Rasen aktuell stagniert, feiert die 28-jährige Spanierin mit ihrer neuen Bikini-Kollektion, „Sunaswim“, einen fulminanten Start. Ein strategischer Schachzug oder der Beginn eines endgültigen Abschieds vom Profisport?

Mediterranes design erobert die social media

Die Designs, die Badosa gemeinsam mit ihrer Schwester Jana präsentierte, fallen ins Auge: Ein mediterranes Flair trifft auf moderne Schnitte. Die Resonanz in den sozialen Medien ist überwältigend. Komplimente hageln nicht nur von Fans, sondern auch von Top-Spielerinnen wie Coco Gauff und Eva Lys, die die Modelle lobend erwähnten. Die Marke wirbt mit einem Fokus auf Frauen, die der Sonne und dem Meer gehören – eine Botschaft, die offensichtlich gut ankommt.

Doch hinter der glamourösen Fassade verbirgt sich eine ernüchternde Realität. Badosa kämpft seit einiger Zeit mit Verletzungen, die ihre sportliche Leistung erheblich beeinträchtigen. Rückenprobleme und ein Labrumriss in der rechten Hüfte haben zu einer Reihe von verpassten Turnieren und einem Absturz in der Weltrangliste geführt – aktuell belegt sie Platz 103.

Mentale blockade und auszeit

Mentale blockade und auszeit

Die sportliche Krise wird zusätzlich von mentalen Problemen verschärft, die Badosa offen anspricht. Nach ihrem frühen Aus in Madrid gestand sie: „Ich glaube, ich brauche etwas Zeit, um anzuhalten und zu sehen, was hier los ist.“ Der Kopf sei im dritten Satz „komplett abgeschaltet“ gewesen. Eine Auszeit scheint unausweichlich, die Dauer bleibt ungewiss. „Wir wissen nicht, ob es zwei, drei oder vier Wochen sein werden“, so Badosa.

Während die Bikini-Kollektion ein zweites Standbein und dringend benötigte Aufmerksamkeit bietet, offenbart sie gleichzeitig die prekäre Situation im Tennis. Badosa verschiebt den Fokus – weg vom frustrierenden Kampf auf dem Platz, hin zum kreativen Erfolg in der Modebranche. Die Frage ist, ob diese strategische Neuausrichtung eine nachhaltige Lösung darstellt oder lediglich ein Zeichen des Rückzugs.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit einer Bilanz von 9:12 ist Badosas Saison 2024 bislang ein Desaster. Ob sie bei den French Open antreten wird, ist höchst fraglich. Eines ist jedoch gewiss: Paula Badosa setzt auf ein neues Kapitel, das weit über die Grenzen des Tennis hinausgeht. Es bleibt abzuwarten, ob diese Wette aufgeht und ob die Sonne tatsächlich über ihrem neuen Imperium scheint.