Rolfes kontert hoeneß: schiri-drama nach topspiel ist laut bayer-manager ein fauxpas

Simon Rolfes schlägt zurück. Während Uli Hoeneß nach dem 1:1 zwischen Bayern und Leverkusen den Schiedsrichter-Christian Dingert als „schlechtestes Team aller Zeiten“ verhöhnte, lacht der Bayer-Sportchef nur müde. „Nein, verstehe ich nicht und sehe ich auch nicht so“, sagt er am Montag in London, kurz vor dem Champions-League-Kracher gegen Arsenal. Ein Satz, der in München für neuen Zündstoff sorgt.

Der ehrenpräsident schießt – und trifft daneben

Der ehrenpräsident schießt – und trifft daneben

Hoeneß’ Ausbruch in der Bild liest sich wie ein Manuskript für Shitstorm-Serien: Platzverweis gegen Luis Díaz, aberkanntes Tor nach Handspiel von Harry Kane, lauter VAR-Einsätze. Der 72-Jährige wettert von „völliger Unsicherheit“ und „Leistungsverweigerung“. Rolfes kontert mit Zahlen: 57 Ballbesitzphasen ohne Unterbrechung, 27 Zweikämpfe im Mittelfeld, drei Torraumszenen in Folge. „Da habe ich schon ganz andere Spiele erlebt, obwohl ich ein bisschen jünger bin“, sagt er und streift dabei seinen Kapuzenpulli zurecht, als wolle er sagen: Junge, beruhig dich.

Der Knackpunkt: Schiri Dingert hat den Platzverweis gegen Díaz inzwischen selbst als Fehler eingestuft. „Kein Elfmeter, Gelb-Rot ist sehr hart“, sagt der Referee. Doch statt sich dem Chor der Bayern-Klagen anzuschließen, wirft Rolfes einen Blick auf die Tabelle. Bayer liegt zwei Punkte vor München, hat ein Spiel weniger. „Wenn wir jeden Pfiff hinterfragen, können wir auch Schach spielen“, sagt er trocken.

Für Rolfes ist das Ganze ein Lehrstück über Selbstwahrnehmung. „Kritik ist okay, aber sie muss sich an der Realität messen lassen.“ Und die Realität lautet: Leverkusen blieb ungeschlagen, Bayern verpasste die Tabellenführung. Die Wortmeldung des Bayer-Sportchefs ist damit mehr als ein Nebensatz – sie ist ein Machtwort. Wer jetzt noch vom Schiri redet, hat die eigene Niederlage nicht verstanden.