Vingegaard plantet die segel für den giro: kann er die triple-crown erobern?
Jonas Vingegaard, der dänische Superstar des Radsports, hat sich einen Platz im illustren Kreis der Radrennfahrer gesichert, die Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España gewonnen haben. Sein Debüt beim Giro 2026 könnte der entscheidende Schritt auf dieser Karriereleiter sein – ein Schritt, den Tadej Pogacar bislang verwehrt bleibt.
Ein favorit, der bereit ist
Der dänische Radrennfahrer, bisher auf Tour und Vuelta fokussiert, tritt nun als klarer Favorit in die 'Corsa Rosa' ein. Die letzte Saison mag zwar etwas unsicher gewirkt haben, doch 2026 präsentiert sich Vingegaard in Topform. Ein Trainingssturz und eine darauffolgende Krankheit zu Beginn des Jahres konnten ihn nicht aufhalten; Siege in Paris-Niza und der Volta a Catalunya zeigten seine beeindruckende Rückkehr.
Seit dem Ende der Volta a Catalunya am 29. März hat sich Vingegaard intensiv auf den Giro vorbereitet, mit hartem Training in den Bergen. Sein Ziel ist klar: Rom in Rosarot zu erreichen. Das Feld hat sich ihm zudem geöffnet: Joao Almeida, Mikel Landa und Richard Carapaz fehlen, wodurch sich der Weg zur 'Maglia Rosa' erheblich ebnet.

Ein bergmann gegen die herausforderungen
Der Giro ist jedoch kein Spaziergang. 3.459 Kilometer und über 49.000 Höhenmeter erwarten Vingegaard, inklusive anspruchsvoller Anstiege in Blockhaus, Alleghe und Piancavallo. Seine Anfälligkeit gegenüber extremer Kälte, ein Faktor, der in Pässen wie dem Passo Giau zum Tragen kommen könnte, wurde bereits diskutiert. Doch sein Triumph in Nizza zeigte, dass er mit der richtigen Ausrüstung und seiner gewohnten Ruhe diese Herausforderung meistern kann.
Neben dem anspruchsvollen Terrain muss sich Vingegaard auch dem italienischen Publikum stellen. Giulio Pellizzari, der lokale Held, stellt eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Auch Adam Yates, Felix Gall, der wiederauflebende Egan Bernal und ein ohne Tour-Druck angetretender Enric Mas werden alles daran setzen, die Gesamtwertung zu beeinflussen.

Die triple-crown – ein historischer triumph
Der Gewinn des Giro d’Italia würde Vingegaard in den exklusiven Kreis der Radrennfahrer katapultieren, die Tour, Giro und Vuelta gewonnen haben. Aktuell sind es nur sieben Namen, darunter Legenden wie Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Alberto Contador. Pogacar hingegen hat zwar vier Tours auf seinem Konto, aber die Vuelta und der Giro fehlen ihm noch. Ein Risiko, so der ehemalige Profi Contador, das Vingegaard eingeht, da ein Problem beim Giro seine Chancen auf den Tour-Sieg ruinieren könnte.
Die Frage ist nicht, ob Vingegaard bereit ist, sondern ob die Herausforderungen des Giro seine Fähigkeiten und seinen unbändigen Willen ausreichend fordern werden. Nur die Zeit wird es zeigen, ob er seinen Platz im Pantheon des Radsports erobern kann.
