O'reilly lässt arsenal blutzen: city klaut den pokal mit zwei kopfballhämmern

Manchester City schlägt Arsenal im Ligapokal-Endspiel mit 2:0 – und das ohne Haaland, ohne De Bruyne, dafür mit einem 21-Jährigen, der bis gestern noch in der U21 rumorte. Nico O'Reilly, gebürtiger Stockporter, wird an seinem 22. Geburtstag zum Doppelpack-Helden. Mikel Arteta bleibt die Trophäe in der 15. Minute der Ungeschlagenen-Serie hängen.

Kepa patzt, o'reilly köpft, guardiola tritt bande

Die Szene, die alles aufrollt, ist armselig und grotesk zugleich. Kepa Arrizabalaga, Ederson-Ersatz für den Tag, lässt eine Flanke von Matheus Nunes durch die Fingerspitzen rutschen. O'Reilly, 1,86 m, springt eine Sekunde später, Arm drüber, Stirn rein – 1:0. Pep Guardiola, sonst Controlling-Professor, verliert die Contenance, tritt gegen die Werbetafel, als wolle er ein Loch in die Zeitung von morgen stanzen.

Vier Minuten später dieselbe Sequenz, nur diesmal von links. Oscar Bobb zirkelt, O'Reilly attackiert den zweiten Pfosten, Kopfball Nr. 2. Trafford in der City-Kiste hat die Beine zusammen, die Hände zu spät. 2:0, Entscheidung.

Arsenal verpasst den dreifach-treffer

Arsenal verpasst den dreifach-treffer

Die Zahlen lügen nicht: Arsenal traf in den ersten 180 Sekunden zweimal das Aluminium, daneben setzte Havertz einen Meter neben den Kasten. Danach: Leere. Kein Schuss aufs Tor zwischen der 8. und 42. Minute. Bukayo Saka? Abgeschaltet. Declan Rice? Laufbande ohne Empfänger. City dagegen wuchs, nachdem Haaland in der 38. Minute erstmals aufs Tor brüllte.

Für Arsenal bedeutet die Pleite mehr als nur ein Pokal-Aus. Die 14-Spiel-Serie war die längste Unbesiegten-Serie seit 2004. Nun stehen sie mit leeren Händen da, neun Punkte Vorsprung in der Liga, aber ein Gastspiel in der Mörderarena am 19. April. Dort will Guardiola die Meisterschaft zurückerobern – und hat mit O'Reilly plötzlich eine weitere Kante im Angriff.

Bus in flammen, tuchel mit zitterpuls

Bus in flammen, tuchel mit zitterpuls

Bevor der erste Ball rollte, stand ein Fanbus in Surrey in Flammen. Keine Verletzten, nur schwarze Asche und ein Symbol: Die Reise nach Wembley kann schnell enden. Im VIP-Rang saß Thomas Tuchel, Bundestrainer, und notierte sich neben O'Reillys Namen ein dickes Fragezeichen. Für Kai Havertz bleibt die Bilanz bitter: Finale gespielt, Finale verloren, keine Torbeteiligung.

City feiert den neunten Ligapokal – und merkt, dass der Next-Gen-Talentpool tiefer ist als gedacht. O'Reilly kam aus der Academy, spielte erst zwölf Profipartien, hat jetzt aber zwei Finals: U21-EM-Sieg letzten Sommer, Pokalsieg 48 Stunden nach seinem Geburtstag. Die Trophäe war noch warm, da sang schon die City-Anhängerschaft: „Nico, Nico, he's our own.“

Arsenal muss nach Hause, ohne Pokal, aber mit der Gewissheit: Die Saison ist längst nicht vorbei. Am 19. April treffen beide Teams wieder aufeinander – dann in der Liga, dann mit Haaland, dann mit vollem Kader. O'Reilly wird auf der Bank sitzen, aber er weiß: Ein Tor reicht, um wieder zum Helden zu werden. Und Guardiola weiß: Er hat ein Ass im Ärmel, das niemand auf dem Schirm hatte.