Neto rastet nach pokal-desaster völlig aus – uefa ermittelt
Paris, spät am Abend, 2:5 steht auf der Anzeigentafel, da verliert Pedro Neto die Nerven – und plötzlich liegt ein Balljunge am Boden. Die Uefa reagiert binnen Stunden.
Die Szene, die im Netz binnen Minuten viral geht, ereignet sich in der Nachspielzeit des Champions-League-Achtelfinals zwischen Paris Saint-Germain und Chelsea. Neto will den Ball schnell zurück, der Jugendliche blockt provokant, ein kleiner Schubser – und der Junge fliegt samt Hocker. Rote Wall bildet sich sofort, die Stewarts eilen herbei, die Pariser Menge tobt.
Was neto direkt nach dem schlusspfiff sagt
„Ich bin nicht so ein Mensch“, beteuert der 26-jährige Portugiese vor der Kamera von TNT Sports. Er habe sich sofort entschuldigt, das Trikot überreicht, „ungefähr 35 Mal“ um Verzeihung gebeten. Vitinha habe als Dolmetscher fungiert, der Junge habe schließlich gelacht – doch das Spiel war schon gegessen. Die Bilder laufen ungeschnitten durch alle Kanäle, Hashtags wie #SchwalbenGate und #NetoRage trennen Meinungs-Lager: Schummelt der Balljunge, oder rastet der Profi aus?
Die Uefa lässt keine Debatte zu. Am Morgen danach liegt dem Verband ein offizielles Disziplinarverfahren vor, Anklagepunkt: „unsportliches Verhalten“. Der Paragraph erlaubt Sperren zwischen einem und drei Pflichtspielen, Geldstrafen bis 50 000 Euro sind drin. Neto muss mit einem Urteil rechnen, bevor das Rückspiel in London ansteht – ein Einsatz könnte gefährlich sein.

Warum der vorfall weit über chelsea hinausgeht
Chelsea kassierte bereits die höchste Pflichtspiel-Pleite der Klubgeschichte in der Königsklasse, nun droht personeller Nachschlag. Trainer-Team und Klub-Führung versuchen, den Rufschaden in Grenzen zu halten. Intern kursiert laut „The Athletic“ eine sofortige Verhaltens-Klausel: Jede weitere Aktion, die den Klub bloßstellt, kostet zusätzlich 25 % des Monatsgehalts – bei Neto wären das rund 600 000 Euro.
Doch die Diskussion geht tiefer. Balljungen gelten seit Jahren als heimliche Spieler sechste Kolonne – sie verzögern, schummeln, jubeln mit. Die Uefa lehnte ein automatisches Zeitspiel-System ab, die Macht bleibt bei den Kids. Profis fordern jetzt ein Macht-Gleichgewicht: „Wenn ein Teenager die Spieldauer manipuliert, muss es Konsequenzen geben – aber kein Profi darf handgreiflich werden“, sagt ein Insider des europäischen Verbandes.
Neto selbst reist mit der Mannschaft zurück nach London. Auf dem Heathrow-Terminal 5 wartet ein Fanblock, applaudiert trotz Niederlage – doch einige Rufe („Keep your hands down!“) verhallen bitter. Im Rückspiel am 12. März im Stamford Bridge droht Chelsea ohnehin ein Berg: Drei Tore Rückstand, fehlende Auswärtstore, möglicherweise ohne ihren Flügelflitzer. Die Stimmung ist angespannt, die Uefa tickt.
Der Portugiese muss nun hoffen, dass die Richter mild urteilen. Die Erkenntnis: Selbst ein kleiner Schubser kann eine K.o.-Runde kippen – und eine Karriere temporär lahmlegen. Denn im modernen Fußball zählt nicht nur das Spiel, sondern auch das Bild. Und das zeigte Pedro Neto, wie er einen Jugendlichen von einem Hocker fegte – ein Moment, den kein Trikot-Geschenk der Welt ungeschehen macht.
