Fifa-boss reist nach china: hamstert der fußball-deal um die wm 2026?
Peking bangt um die Übertragungsrechte – und die Zeit drängt. Nur noch knapp sechs Wochen bis zum WM-Start in Nordamerika, und China, eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, hat immer noch keinen Sender für die Übertragung gefunden. Ein hochrangiger FIFA-Vertreter, mutmaßlich auf Ebene eines Generalsekretärs, soll sich deshalb in Kürze auf chinesischen Boden begeben, um die Verhandlungen mit CCTV, dem staatlichen Fernsehen, neu zu beleben. Die Situation ist brisant.
Ein preisstreit verzögert den durchbruch
Im Kern des Problems liegt ein erheblicher Unterschied in den Erwartungen. Während die FIFA anfangs mit Summen zwischen 250 und 300 Millionen US-Dollar für die Übertragungsrechte kokettierte, hält CCTV, so heißt es, ein Budget von lediglich 60 bis 80 Millionen Dollar bereit. Nachdem die FIFA ihren Preis auf 120 bis 150 Millionen Dollar reduziert hat, scheint die Schere sich zwar verkleinert zu haben, doch eine Einigung ist weiterhin nicht in Sicht. Die FIFA bestätigte zwar, dass die Verhandlungen mit China und Indien noch laufen, betonte aber die Vertraulichkeit der Gespräche – ein üblicher Schachzug in solchen Fällen.
Ein unerhörtes Szenario für den chinesischen Markt, der traditionell von CCTV dominiert wird. Der staatliche Sender sicherte in der Vergangenheit stets frühzeitig die Übertragungsrechte an Fußball-Weltmeisterschaften. Die aktuelle Pattsituation wirft Fragen auf und wird von vielen Beobachtern kritisiert. Hohe Kosten, das Fehlen der chinesischen Nationalmannschaft, ungünstige Sendezeiten und die Verlagerung des Konsums hin zu digitalen Plattformen und Kurzvideos werden als Gründe für die mangelnde Kommerzialisierung des Turniers angeführt. Bereits im Vorfeld der Asien-Qualifikation für die WM 2022 gab es ähnliche Streitigkeiten um die Preisgestaltung.

Mehr als nur geld: ein signal der unzufriedenheit?
Die Entscheidung, die Übertragungsrechte an der Asien-Qualifikation nicht zu erwerben, und nun der zögerliche Umgang mit den WM-Rechten lassen vermuten, dass in China mehr als nur finanzielle Interessen eine Rolle spielen. Es scheint eine wachsende Skepsis gegenüber dem Wert von Fußball-Großereignissen zu geben, insbesondere wenn diese nicht mit dem nationalen Stolz oder den sich verändernden Konsumgewohnheiten übereinstimmen. Die FIFA muss sich bewusst sein, dass der chinesische Markt nicht mehr das unerschütterliche Kraftpaket ist, das er einst war. Die Verhandlungsposition ist geschwunden, und es bleibt abzuwarten, ob der Besuch des FIFA-Vertreters die Blockade durchbrechen kann. Die Uhr tickt – und die WM steht vor der Tür.
