Mit zehn mann brasilianisch: frankreichs machtdemonstration in foxborough

Ein Roter Wirbel, ein französischer Jubel, ein brasilianischer Schock. Die Equipe tricolore hat acht Monate vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada die Selecao mit 2:1 niedergeknüppelt – und das, obwohl Dayot Upamecano nach 55 Minuten vom Platz flog. Die Botschaft: Selbst in Unterzahl sind wir nicht zu stoppen.

Kylian mbappé trifft, brasilien zittert

Die Partie im Gillette Stadium war keine Freundschaft, sondern eine Standortbestimmung. Mbappé jagte den Ball nach 32 Minuten mit links unten rechts ins Tor, Hugo Ekitiké erhöhte nach der Pause auf 2:0. Brasilien kam erst in der 78. Minute durch Bremer zum Anschlusstreffer, doch die französische Defensive ließ danach nichts mehr anbrennen. Die Statistik: 35 Minuten in Unterzahl, trotzdem 57 Prozent Ballbesitz und 14 Torschüsse gegen neun der Gäste.

Upamecano hatte mit einem Tritt gegen Rodrygo die Rote Karte kassiert, doch Didier Deschamps stellte um, ließ die Kette enger werden und setzte auf Konter. Die Taktik ging auf. „Wir haben gezeigt, dass wir auch mit einem Mann wenig spielen können wie mit elf“, sagte Deschamps nach Abpfiff. „Das ist Mentalität, das ist Frankreich.“

Der kalender wird härter

Der kalender wird härter

Die beiden Giganten reisen weiter: Frankreich spielt am Sonntag in Landover gegen Kolumbien, Brasilien trifft zwei Tage später in Orlando auf Kroatien. Die WM-Gruppen sind bereits gelost: Die Franzosen erwarten Norwegen, Senegal und einen Play-off-Gewinner, die Brasilianer müssen gegen Haiti, Marokko und Schottland bestehen. Carlo Ancelotti, erst seit Januar im Amt, klang nach der Pleite wie ein Mann, der weiß, dass er noch Zeit braucht: „Wir haben Phasen gut kombiniert, aber die Effizienz fehlt.“

Für Mbappé war es der 46. Treffer im 77. Länderspiel, für Ekitiké der zweite. Der frühere Mainzer und Berliner stand 65 Minuten auf dem Platz, ehe er ausgewechselt wurde. „Ich habe gewartet, ich habe gearbeitet, und jetzt zahlt es sich aus“, sagte er. Die französische Presse feiert ihn bereits als neuen Backup-Benzema.

Die WM ist noch weit, aber die Signale sind klar: Wer auf den Titel hofft, muss an diesem französischen Kollektiv vorbei. Brasilien hat den ersten Warnschuss erhalten, Frankreich den nächsten Selbstvertrauensschub. Die Reise geht weiter – und sie wird rauer.