Lewandowski rettet polen vor wm-aus – albtraum für albanien

Kamil Grabara schrie sich die Seele aus dem Leib, Robert Lewandowski kniete sich in den Rasen und Piotr Zielinski wurde von 50.000 polnischen Stimmen hochgeschrien. Im Halbfinale der WM-Play-offs dreht Polen einen 0:1-Rückstand gegen Albanien und darf weiter vom Ticket für Kanada, Mexiko und den USA träumen. Der 2:1-Sieg war knapp, glücklich, umstritten – und verdient.

Albanien trifft, albanen versiegen

42 Minuten lang sah es nach dem ersten WM-Teilnahmefest der Rot-Schwarzen aus. Arber Hoxha nahm einen kapitalen Fehler von Jan Bednarek gnadenlos mit einem Lupfer über Grabara hinweg. Die Albaner jubelten, die polnische Abwehr schaute sich an wie Startled Hirschkuh. Denn wer erwartet, dass der Außenseiter in Chorzów plötzlich Tiki-Taka spielt, lag falsch. Albanien presste hoch, verschob straff und hatte sogar die Riesenchance zum 2:0, als Nedim Bajrami den Ball aus fünf Metern über den Kasten setzte. Es sollte die berühmte 2:0-Chance bleiben – die, die am Ende wehtut.

Polen wirkte ideenlos, zu statisch, zu Lewandowski-zentriert. Bis der Hauptakteur selbst einschritt. Ecke von rechts, Strakosha verpasst die Linie, Lewandowski springt höher als der Rest der Welt – 1:1. Keine zehn Minuten später jagt Zielinski einen Abpraller aus 22 Metern mit dem rechten Spann in den linken Winkel. Strakosha fliegt, der Ball rutscht unters Lattenkreuz. 2:1, die Bude bebt, der kanadische Traum lebt.

Albaniens wm-traum zerplatzt mit dem schlusspfiff

Albaniens wm-traum zerplatzt mit dem schlusspfiff

Danach wehrte Grabara mit dem Knie gegen Stavros Pilios, Albanien warf alles nach vorne, doch Polen nahm clever die Uhr vom Haken. Trainer Michal Probierz stellte um auf Fünferkette, ließ die Mitte dichtmachen und die Gäste ins Dribbling nach außen treiben. Dort warteten die Flügelzange. Die letzte Szene: Bajrami zieht halblinks ab, Grabara faustet zur Seite, Lewandowski klärt ins Aus. Schiri Bastien signalisiert Abpfiff. Albanien bricht zusammen, Polen fällt sich in die Arme.

Die Zahlen? 16:12 Torschüsse für Albanien, 58 Prozent Zweikampfquote gegen 42, aber nur 1,2 xG gegen 1,8 – das verrät die Wahrheit: Die Balkanmannschaft dominierte optisch, nicht effektiv. Polen dagegen nutzte zwei Standardsituationen und Lewandowskis Kopfballstärke. Am Dienstag geht es nach Solna gegen Schweden. Das Finale um Platz eins. Wer gewinnt, fliegt nach Toronto. Wer verliert, fliegt nach Hause. Lewandowski lächelt: „Wir haben noch einen zweiten Atem.“ Albanien muss wieder von vorn anfangen – und diesmal ohne Traum.