Kabak spuckt wolfsburg an, aber sein vertrag schweigt

Ozan Kabak jagt mit Vollbart und Vollgas, doch sein Arbeitspapier bleibt stumm. Der Türke donnerte gegen Wolfsburg viermal aufs Tor – genauso oft wie der ganze Gegner – und stand trotzdem mit leeren Händen da. 16 Eckbälle schlug Hoffenheim, Rekordwert. Einer davon landet bei Konstantinos Koulierakis, 0:1. Kabak war noch dran, aber eben zu spät. Das bittere Bild einer Karriere, die seit dem Kreuzbandriss immer eine Sekunde hinterherhängt.

Die zahlen lügen nicht, der vertrag schon

Seit dem 29. Juni 2024, dem Tag des Seitenbandrisses, tickt eine Geheimuhr. Kabak kehrte zurück, traf schon viermal in dieser Saison, gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe im gegnerischen Strafraum – und wartet weiter auf ein neues Blatt. Die Verhandlungsrunde kam, sah, verhandelte – und ging ohne Ergebnis. 20 Millionen Euro Ablöse schwirren durchs Kraichgau als Drohung und Versprechen zugleich. Die TSG will verkaufen können, Kabak will gehen dürfen, wenn der Klub kommt. Eine klassische Pattsituation, verpackt in nette Floskeln.

Die Engländer lauern noch immer. Im Sommer 2024 sollte er für exakt diese Summe die Insel erreichen, dann riss das Kreuzband, und die Scouts verschwanden. Nun sind sie zurück, aber vorsichtiger. Kabak weiß, dass Hoffenheim ihn durch die Reha trug, dass hier ein Stammplatz garantiert ist, dass die Champions League das große Ziel lautet. Er weiß auch, dass sein Körper irgendwann wieder „nein“ sagen könnte. Deshalb die Hängepartie: Treue versus Top-Gehalt, Sicherheit versus Sprung.

Grischa prömel ist sein spiegelbild – nur mit happy end

Grischa prömel ist sein spiegelbild – nur mit happy end

Prömel traf zum späten Ausgleich, Kabap stand daneben. Beide hatten den gleichen Kreuzbanddrama, beide laufen Verträge aus. Doch während Prömels Weg Richtung Stuttgart schon asphaltiert ist, endet Kabaks Straße im Nebel. Die TSG will eine Klausel, Kabaks Berater wollen eine andere. Jeder Tag ohne Unterschrift erhöht den Marktwert – und den Druck.

Am Samstag war Kabak wieder der Boss im gegnerischen Strafraum, aber der Boss im eigenen Büro fehlt. Solange das Papier weiß bleibt, bleibt auch die Frage offen: Wann wird aus der Rekord-Statistik endlich ein Rekord-Vertrag? Die Antwort liegt irgendwo zwischen 20 Millionen und einem Kreuzband, das nie ganz vergessen wird.