Gasattacke in porto: sporting-spieler landen im krankenhaus – liga in aufruhr
Der Anpfiff verzögerte sich um 15 Minuten, weil Christian Moga auf dem Flur zusammenbrach. Sein Körper reagierte auf einen chemischen Gestank, der laut Delegierten „betäubend und einschläfernd“ wirkte. Minuten später verschwand auch Trainer Ricardo Costa in einem Krankenwagen – die Bilder gingen durch Portugal wie ein Lauffeuer.
Sporting Lissabon gewann trotzdem 33:30 in der Dragão Arena, doch der Sieg steht plötzlich neben dem Verdacht eines kriminellen Sabotageakts. Der Klub spricht offen von „niederträchtigen und hinterhältigen Praktiken“ und kündigte ein Treffen mit der Ministerin für Kultur, Jugend und Sport an. Porto weist jede Schuld zurück und erstattete seinerseits Anzeige – wegen Rufmords.
Die kabine war leer, doch der gestank blieb
Was genau in der Gästekabine vorlag, ist unklar. Messgeräte der Feuerwehr fanden keine klassischen Kampfgase, doch die Spieler berichten über brennende Augen, Schwindel und Übelkeit. Ein Arzt, der die Symptome anonym schilderte, spricht von „akuter Intoxikation durch unbekannte flüchtige Stoffe“. Die Polizei sicherte Belüftungsanlagen und Reinigungsmittel, die am Vormittag durch den Hausmeister aufgetragen wurden.
Der Verdacht fällt auf Porto, weil der Verein in der Vergangenheit bereits für kuriose Aktionen bekannt ist. 2019 musste der Klub 5.000 Euro zahlen, nachdem Gegner-Fans mit Pyro die Halle rauchten – allerdings ging es nie um mutmaßliche Giftstoffe. Die Liga leitete ein Disciplinary-Verfahren ein, die Ergebnisse liegen in zwei Wochen vor.

Champions league droht, die affäre könnte das finale versauen
Die sportliche Brisanz: Gewinnt Sporting auch das Rückspiel am Donnerstag gegen Wisla Plock, steht der portugiesische Rekordmeister im Final-Four-Turnier der Champions League. Doch die UEFA prüft, ob der Klub wegen der Eskalation in Porto mit einer Geisterspiel-Strafe rechnen muss. Interne Dokumente, die A Bola vorliegen, belegen, dass Europas Handball-Verband „jede Provokation, die die Gesundheit von Athleten gefährdet, als Toleranzgrenze überschreitend“ einstuft.
Und dann ist da noch das Familien-Duo Costa: Ricardo, Martim und Francisco. Alle drei besitzen Ausstiegsklauseln über je 500.000 Euro, Flensburg-Handewitt soll bereits Fühler ausgestreckt haben. Sollte der Trainer wegen der Gas-Vergiftung ausfallen, würde ein Wechsel wohl erst einmal auf Eis liegen – ein Schachzug, der die Karussell-Drehzahl weiter erhöht.
Die Liga spielt weiter, doch der Gestank bleibt. Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass ein Klub Gegner mit Chemikalien außer Gefecht setzen wollte, steht mehr auf dem Spiel als zwei Punkte. Dann steht die Frage im Raum, ob der Profi-Sport in Portugal noch glaubwürdig ist. Die Antwort liefert die nächste Untersuchung – und die kommt schneller, als viele denken.
