Fck feuert meister-coach neestrup – svensson übernimmt krisen-team
181 Tage nach dem Double-Zauber ist Schluss: Jacob Neestrup muss den FC Kopenhagenverlassen. Der Klub trennt sich vom 38-Jährigen, nachdem die Meister-Mannschaft auf Platz acht abrutschte – nur sechs Punkte trennen das dänische Aushängeschild vom Abstiegsplay-off.
Die talfahrt nach dem höhenflug
Letzte Saison jubelte ganz Kopenhagen, diesmal fluchen die Fans. 1:2 in Odense, 1:2 gegen Fredericia – zwei Niederlagen in der Relegationsgruppe, null Zuversicht. Die Vereinsbosse reagierten binnen 24 Stunden. „Wir dürfen niemals in eine solche Lage geraten“, schimpfte Henrik Møgelmose, Chef von PARKEN Sport & Entertainment. Der Rauswurf folgt auf dem Fuße.
Neestrup galt als Zukunftsmann. Mit 37 Jahren holte er Meisterschaft und Pokal, avancierte zum Taktik-Nerd mit Leidenschaft. Doch die Gegenpresse funktioniert nicht mehr, die Sturmreihe um Youssoufa Moukoko schießt sich die Kugel aus dem Fuß. Die Zahlen sind gnadenlos: nur vier Siege aus den letzten 14 Ligaspielen, 18 Gegentore in sieben Relegationspartien. Die Führung setzt auf Kontinuität, doch die Kurve zeigt steil nach unten – da zählt kein Erfolg von gestern.

Bo svensson kehrt in die wahlheimat zurück
Am Sonntagabend saß der neue Mann bereits im Logenbereich. Bo Svensson, 46, unterschreibt bis 2031, sagt Sky. Der ehemalige Mainz-Coach ist in Kopenhagen keine Unbekannte: Als Spieler lief er 2002–2005 für die Löwen auf, wurde zur Publikumsliebling. Jetzt soll er die sportische Leiche wiederbeleben.
Svensson bringt das, was Neestrup zuletzt vermissen ließ: eine klare Spielidee, eine harte defensive Linie, einen Blick fürs große Ganze. In Mainz führte er die Nullfünfer aus dem Tabellenkeller in die obere Hälfte, setzte auf junge, aggressive Spieler. Beim FCK wird er mit demselben Rezept arbeiten, nur der Druck ist größer. Die Fans erwarten Europacup, nicht Abstiegskampf.
Der Vertrag läuft acht Jahre – ungewöhnlich lang, beinahe ein Lebensbürgschaftspapier. Møgelmose will Ruhe, Svensson will Revanche. „Ich gehe die Aufgabe mit Demut, aber auch selbstbewusst an“, sagt er. Er weiß: In Kopenhagen zählt nur die nächste Siegesserie. Alles andere ist Makulatur.
Der erste Test folgt am Wochenende gegen Aarhus. Schon dort will Svensson seine Handschrift erkennbar machen: kompakt stehen, schnell umschalten, Moukoko in die Tiefe schicken. Klappt es, rückt der Europacup näher. Scheitert er, droht ein Sommer voller Turbulenzen. In der Parken-Stadt ist die Uhr bereits auf Sieg gestellt.
