Freiburg kassiert genk-schock – el ouahdi versenkt europa-traum mit vollspann-kracher
0:1 in Genk, 0:1 auf dem Weg ins Viertelfinale. SC-Freiburg schlägt sich tapfer, geht aber mit einem blauen Auge – und einem blutenden – Richtung Europa-Park-Stadion. Zakaria El Ouahdis Vollspann-Bombe in der 24. Minute trifft nicht nur Netz, sondern auch die Statistik: Noch nie stand der Breisgau in einem europäischen Viertelfinale.
Var zieht freiburg den zahn – dann folgt der genk-schock
8. Minute: Johan Manzambi hämmert den scheinbar perfekten Start in die Partie – Ausgleich der Nervosität, 1:0, alles im Plan. Doch die Linse des Videoassistenten wirkt wie ein Kälteduschkopf: Abseids, Tor annulliert. Die Kurve der Gäste stürzt, die der Belgier steigt. Nur 16 Minuten später zückt El Ouahdi die Vollspann-Waffe, lässt den Ball links oben einschlagen. Keeper Noah Atubolu ist noch Fingerkontakt, aber keine Chance.
Die Elf von Trainer Julian Schuster wirkt kurz wie gelähmt, fasst sich aber schnell. Ballbesitz 60 %, aber xG von nur 0,7 – Zahlen, die die Unschärfe im letzten Drittel dokumentieren. „Wir haben die Ruhe bewahrt“, sagt Schuster später, doch seine Stimme klingt wie ein Mann, der weiß, dass das Rückspiel ein Spiegel sein wird.
Ginter- und beste-drama: kopf und auge unter beschuss
50. Minute: Matthias Ginter bleibt nach einem Zweikampf mit Keeper Tobe Lawal regungslos liegen. Der Schlag klingt bis auf die Tribüne. Ginter spielt weiter, mit einem Verband, der aussieht wie ein provisorisches Korsett. Zehn Minuten später erwischt Jan-Niklas Beste einen Ellenbogen von Joseph Paintsil am Mittelkreis – unabsichtlich, aber brutal. Das Auge schwillt sofort an, Beste muss raus. Noch ein Ausfall in der ohnehin dünnbesetzten Offensive.
Die Belgier laufen fortan nur noch ihre Orbitalbahn, lassen Freiburg kombinieren, wissen: ein Tor genügt. Die Gäste stellen um auf Dreierkette, bringen Grifo und Weißhaupt, doch die letzte Passage bleibt ein Stück Papier ohne Unterschrift. Schlusspfiff, 0:1.
Rückspiel-prämisse: 90 minuten zwischen erstmaligem und aus
Donnerstag, 18.45 Uhr, Europa-Park-Stadion. Die Form spricht für Genk: seit acht Pflichtspielen ungeschlagen. Die Historie für Freiburg: noch nie eine K.o.-Runde nach Hinspiel-Niederlage gedreht. Die Lösung? „Wir brauchen eine Mischung aus Tempo und Geduld“, fordert Schuster. Klingt nach Standardvokabular, ist aber Programm: Genk wird hinten rausgehen, Konter lauern. Freiburg braucht ein Tor früh, sonst wird die Partie zur Geduldsparty mit offenem Ende.
Die Zahlen sind gnadenlos: Wer in dieser Saison erst einmal in der Europa League hinten lag, kam nicht mehr zurück. Drei Versuche, drei Aus. Schuster muss also Geschichte schreiben oder die Saison beenden. Kein Halbmaß mehr, nur Vollgas. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.
