Mainz zittert sich in olmütz nullnummern – viertelfinale weiter nur nebel

Null Tore, null Klarheit, aber 90 Minuten voller kalter Angst: Mainz 05 fuhr beim 0:0 in Olmütz einen Punkt ab, der so schwer wiegt wie ein halbes Aus.

Silas-tor fiel der var-friseur zum opfer

Silas-tor fiel der var-friseur zum opfer

Die Szene des Abends dauerte vier Sekunden. Silas Katompa Mvumpa stocherte die Kugel über die Linie, der Sportplatz in Olmütz kochte – und dann kam der Tod aus Köln: Abseits, Millimeterentscheidung, Jubel erstarb. 24. Minute, das war es mit der Mainzer Hoffnung auf einen Auswärtssieg. Der Rest wurde ein Ringen gegen tschechische Betonmauer undgegen die eigene Ideenarmut.

Trainer Urs Fischer hatte seine Startelf notgedrungen verunstaltet: Amiri fällt mit Syndesmoseknacks wochenlang aus, Becker darf wegen fehlender UEFA-Meldung nur auf der Tribüne mitfiebern. Ohne die beiden einzigen Spieler, die Tempo in offene Räume tragen können, wirkte Mainz wie ein Auto mit Handbremse angezogen. Die erste Hälfte verpuffte in Nebenkörperverkehr, die zweite in Eckenstatistik.

Die größte Chance danach hatte Danny da Costa mit zwei Kopfbällen, die beide an Koutny scheiterten. Dazwischen schlich sich ein Moment, der die Reise in die Böhmen noch düsterer machte: Silas blieb nach einem Sprint ohne Gegnerkontakt liegen, packte sich ans Schienbein, wurde auf der Trage abtransportiert. Diagnose steht aus, Gerüchte sprechen von Mittelfußbruch. Fehlt er im Rückspiel, verliert Mainz den letzten Plan-B für Durchbruch.

Die letzten zehn Minuten glichen einem Boxkampf auf Zeit: Weiper traf Koutny, Batz rettte gegen Barath – und plötzlich war Schluss. Ein Remis, das keinem hilft. Olmütz darf zu Hause verteidigen, Mainz muss gewinnen, um das erste Viertelfinale der Klubhistorie doch noch zu erreichen.

Doch bis dahin warten zwei weitere Endspiele. Sonntag in Bremen, dann Donnerstag gegen Olmütz. Drei Spiele, eine Saison. Die Null in Tschechien war nur der Anfang eines Abnutzungskriegs, der am 27. Mai in Leipzig enden könnte – oder schon am Sonntag in der Weserarena.