Freiburg zittert nach blasser pleite in genk ums viertelfinale
Es war kein schöner Abend für den SC Freiburg. Im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League beim KRC Genk lieferten die Breisgauer eine Vorstellung ab, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet – und verloren am Ende verdient mit 0:1. Das einzige Tor des Abends erzielte Zakaria El Ouahdi in der 24. Minute. Seitdem hängt der Traum vom ersten Viertelfinaleinzug der Vereinsgeschichte an einem seidenen Faden.
Günter patzt, freiburg schläft – genk bestraft es eiskalt
Die Freiburger kamen nie wirklich an. In der Anfangsphase wurde Torwart Noah Atubolu gleich zweimal ernsthaft geprüft, ein Treffer von Johan Manzambi wurde wegen Abseits aberkannt – das war der Moment, in dem Freiburg hätte aufwachen müssen. Stattdessen schlichen sich ungewohnt viele Fehler ins Spiel. Der folgenschwerste kam von Kapitän Christian Günter selbst: Fahrlässige Defensivarbeit des Außenverteidigers ebnete El Ouahdi den Weg zum Tor. Kurz danach hatte Konstantinos Karetsas das 2:0 auf dem Fuß – und vergab. Glück für den Sport-Club, der mit dem knappen Rückstand zur Pause noch gut bedient war.

Zweite hälfte: mehr biss, aber kein biss
Nach der Pause kehrten die Freiburger mit sichtbar mehr Entschlossenheit zurück. Die Zweikämpfe wurden aggressiver, das Tempo anzog spürbar an. Trainer Julian Schuster hatte offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Nur: Die Durchschlagskraft im letzten Drittel blieb Fehlanzeige. Chancen? Rar. Tore? Keine. Der Auftritt blieb weit hinter dem zurück, was man von einem Team erwartet, das in dieser Saison alle Heimspiele in der Europacup-Gruppenphase gewonnen hat.
Erschwerend kommt hinzu, dass Maximilian Eggestein gesperrt fehlte – ein Ausfall, der im Mittelfeld deutlich spürbar war. Die Freiburger wirkten ohne seinen Rhythmusgeber orientierungslos, zu oft verloren sie den Ball in ungünstigen Zonen.

Was jetzt zählt: der heimvorteil muss her
Vor der Partie hatte Günter die kommenden Wochen als wegweisend bezeichnet: Europa League, Bundesliga-Endspurt, DFB-Pokal-Halbfinale beim Titelverteidiger VfB Stuttgart. Drei Fronten, ein knappes Kader. Das Rückspiel zuhause wird zum Schlüsselmoment dieser Saison. Die Statistik gibt Hoffnung – kein einziges Heimspiel in diesem Europacup-Wettbewerb verloren. Aber gegen Genk braucht es mehr als Heimstärke. Es braucht den SC Freiburg, der in dieser Saison eigentlich besser kann. Den haben die Belgier gestern Abend jedenfalls nicht gesehen.
