Wm-tickets: infantino kontert preis-kritik mit schmunzeln

Die Preise für Tickets zur Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sorgen für wachsende Verärgerung. Statt auf die Kritik einzugehen, hat FIFA-Präsident Gianni Infantino auf eine überraschende Weise reagiert: mit Humor und der Behauptung, die Nachfrage rechtfertige die astronomischen Summen. Ein Schachzug, der viele Fans vor ein Rätsel stellt.

Der us-markt als vorbild: ist das der neue standard?

Der us-markt als vorbild: ist das der neue standard?

Infantino argumentierte, die FIFA müsse sich dem US-Markt anpassen, wo der Weiterverkauf von Tickets ohne Einschränkungen erlaubt ist. „Wir befinden uns in einem Markt, in dem Unterhaltung den höchsten Stellenwert hat. Daher müssen wir marktübliche Preise anwenden“, so der FIFA-Chef. Diese Aussage wirft die Frage auf, ob die WM zunehmend zu einem reinen Unterhaltungsprodukt degradiert wird, das kommerziellen Interessen untergeordnet ist.

Die Preisexplosion ist erschreckend – und beschränkt sich nicht nur auf das Finale. Schon für Vorrundenpartien, wie das Debüt der US-amerikanischen Nationalmannschaft gegen Paraguay in Los Angeles, sind horrende Summen fällig. Am Mittwochmorgen wurden die günstigsten Tickets für 942 Dollar angeboten, die teuersten für unglaubliche 7.877 Dollar. Auch das Eröffnungsspiel Argentiniens gegen Algerien in Kansas City ist mit Preisen zwischen 776 und 5.362 Dollar alles andere als preiswert.

Die FIFA beruft sich auf das sogenannte „dynamische Marktsystem“, das die Ticketpreise der Nachfrage anpasst. Ein System, das bereits bei NBA-Finals oder dem Super Bowl zu extremen Preisschwankungen führt. Aber während dieses System in anderen Sportarten etabliert ist, empfinden viele Fußballfans es hier als unzumutbar. Es kann ebenso zu Preisstürzen kommen, wenn die Nachfrage nicht entsprechend vorhanden ist, doch im Moment dominiert die Euphorie.

Die Situation hat sich soweit zugespitzt, dass auf der offiziellen FIFA-Webseite Tickets für das Finale zu einem Preis von zwei Millionen Euro angeboten wurden. Infantinos Reaktion auf diesen Ausnahmezustand? Ein ironisches Angebot: „Wenn jemand ein Ticket für zwei Millionen Dollar kauft, bringe ich ihm persönlich einen Hotdog und eine Cola.“ Ein Kommentar, der eher für Verwirrung als für Beruhigung sorgt und die Debatte um die Preisgestaltung weiter anheizt. Die Frage ist: Wie lange kann die FIFA die Fassade der ‚Marktgesetze‘ aufrechterhalten, während die Fans vor den Preisen zurückscheuen?