Eintracht versenkt sich selbst: mainz schlägt ideenlose hessen mit 2:1

66 Prozent Ballbesitz, null Durchschlagskraft. Die Eintracht kam als Jäger und ging als Gejagte. Mainz 05 schickt Frankfurt mit einem blauen Auge und dem letzten Hauch Europapokal-Träume nach Hause.

Mainz, 23. März 2026. Die Sonne über dem Mewa-Atoll glänzt, doch im Stadion herrscht Dauerregen für die Gäste. Schon nach sieben Minuten klingelt es im Frankfurter Kasten – Paul Nebel trifft mit dem ersten richtigen Angriff der Nullfünfer. Die Antwort der Eintracht? Querpass, Querpass, Flanke, Fehlpass. Wiederholung, 90 Minuten lang.

Riera taktisch ohne antwort

Cheftrainer Dino Toppmöllers Nachfolger Janusz Riera rotiert seine Mittelfeld-Diamanten wie ein Uhrwerk, doch am Ende steht nur Sand im Getriebe. Hugo Larsson, Farès Chaibi und ein halb verlorener Ritsu Doan sauseln zwischen den Linien, ohne jemals zielstrebig zu werden. Die Mainzer Ketten ziehen sich zurück, lauern auf Konter – und findet sie. In der 78. Minute macht Lee Jae-sung den Deckel drauf, nachdem Nathaniel Brown zwischenzeitlich Ergebnis und Hoffnung egalisiert hatte.

Die Statistik lügt nicht: Drei Auswärtsspiele, ein Punkt, ein Tor. Die Eintracht hat vergessen, wie man Räume sprengt. Stattdessen zirkelt sie den Ball wie auf einem Handball-Kreis: viel Bewegung, wenig Wucht.

Platz sechs rutset weg

Platz sechs rutset weg

Mit dem Rückschlag in Mainz liegt Frankfurt acht Punkte hinter Bayer Leverkusen – bei noch fünf Spielen. Die Europa-League-Ränge rücken in weite Ferne, und die Stimmung im Lager kippt. „Wir wissen, was schiefläuft“, sagt Riera nach der Partie, doch er will es „intern“ klären. Klingt nach Jammern auf hohem Niveau, ist aber Armutszeugnis: Ohne klare Maßnahme bleibt die Krise ein Phantom.

Sportvorstand Markus Krösche fordert „schnelleres, vertikales Spiel“, spricht das aus, was jeder Fan brüllt. Doan, einst Rechtsaußen mit Torgefahr, irrt als Hybrid-Zehner. Arnaud Kalimuendo driftet auf die Außenbahn, weil kein Second-Striker die Zentrumslücke besetzt. Larsson ist ein Achter, kein Regisseur – und kassiert dennoch die Sechser-Verantwortung ab. Die Positions-Frickelei frisst Selbstvertrauen.

Die Mainzer haben das bessere Drehbuch geschrieben: tief stehen, zackig umschalten, eiskalt verwandeln. Frankfurt wiederholt die alte Leier, kennt die Antwort nicht.

Schiffbruch mit ansage

Schiffbruch mit ansage

Wer die letzten Wochen verfolgte, sah das Debakel kommen. 0:0 gegen St. Pauli, 1:1 in Heidenheim – Spiele, die man für die Europa League gewinnen muss. Stattdessen schwimmt die Eintracht nun im Mittelfeld-Tsunami. Die Saison ist nicht mehr zu retten, nur noch zu beenden.

Die Fans auf dem Rhein-Kreuzer können ihr Ärger-Wasser nicht mehr in Mainz austrinken – die Heimreise dauert länger als die Schiffsroute. Und wenn Riera nicht bald liefert, was er intern verspricht, wird der nächste Sturm nicht über dem Main toben, sondern in der Frankfurter Kabine. Die Uhr tickt laut.