Inter in florenz: ein punkt, der wie niederlage schmeckt
Die Interisten feiern sich für ein 1:1 im Artemio-Franchi – doch das ist Selbstbetrug. Die Fiorentina spielte 40 Punkte besser, als die Tabelle verrät, und hätte den Sieg verdient gehabt. Der eigentliche Skandal: der Tabellenführer wirkt wie nach 120 Champions-League-Minuten, obwohl er seit einem Monat Ruhe hat.
Ein bollwerk namens de gea
David de Gea verhinderte mit einer Hand, die schneller als das toskanische Abendlicht war, die 2:1-Niederlage. Sein Reflex gegen Pio Esposito in der Nachspielzeit war keine Heldentat, sondern ein Notruf. Denn Esposito traf bereits nach 67 Sekunden – und Inter hatte nichts mehr entgegenzusetzen.
Ohne Lautaro Martínez wirkt Simone Inzaghis Maschine wie ein Ferrari ohne Zündkerzen. Die Statistik lügt nicht: Mit Argentiens Kapitän 2,3 Tore pro Spiel, ohne ihn 0,9. Doch das erklärt nicht, warum Nicolò Barella plötzlich wie durchgekaut wirkt oder warum Benjamin Pavard bei jedem zweiten Sprint eine Sekunde zu spät kommt.

Chivus trainingslehre gerät ins kreuzfeuer
Assistenzcoach Cristian Chivu steht in der Kritik. Seine Mikrozyklus-Planung soll die Spieler überlastet haben – in einer Woche mit nur einem Pflichtspiel. Die Daten: Inter legt in der zweiten Halbzeit 4,3 Kilometer weniger zurück als noch im Februar. Das ist kein Zufall, das ist ein Systemkollaps.
Der Meisterköder kommt aus Mailand. Stefano Piolis AC Milan schnüffelt nur sechs Punkte hinterher, und Napoli wartet mit Antonio Conte als Brandbeschleuniger. Die nächsten fünf Spiele entscheiden, ob die Nerazzurri den Scudetto wirklich verschenken oder nur einen Schockmoment erleben.
Die Wahrheit steht in der Kurve: 69 Zähler vor der Fiorentina, aber keine Spur von Überlegenheit. Wer so spielt, darf sich nicht wundern, wenn am 19. Mai jemand anders den Pokal stemmt. Der Titel ist noch nicht verloren – aber die Aura des Unbesiegbaren ist es.
