40 Jahre playoff-geschichte: bern regiert, lugano wankt – die ewige rangliste

58,6 Prozent Siege, zehn Finals, kein Club nahm häufiger teil: Der SC Bern thront auch 40 Jahre nach Einführung der Playoffs unangefochten auf dem ewigen Thron der Post-Season. Während die Mutzen schon wieder zuhause sind, rüttelt niemand an ihrer Statistik-Marke.

Die könige und die verfolger

360 Spiele, 211 Siege – diese Zahlen sind kein Tippfehler. Bern dominiert die Playoff-Ära so sehr, dass selbst ein jahrelanger Ausflug in die Play-Ins (2026 erneut gescheitert) die Bilanz nicht trübt. Dahinter folgt ein Zweikampf, der aktuell live vor unseren Augen ausgetragen wird: HC Lugano (55,83 %) und ZSC Lions (55,21 %) trennen nur 0,62 Prozent. Die Lions holen auf – und treffen genau auf Lugano im Viertelfinale. Ein Sieg in der Serie, und Zürich übernimmt Rang zwei.

Die Davoser stehen indes vor der Chance, die eigene Erfolgskurve wieder nach oben zu biegen. Nach dem 4:3 gegen den EV Zug liegt der HCD mit 52,92 % Siegen auf Kurs Richtung neunter Titel. Der EVZ selbst? Gerade mit 0:2 im Rückstand und der fünften Niederlage in Serie gegen Davos – die Statistik wird zur psychologischen Bürde.

Die ewigen verlierer und das basel-trauma

Die ewigen verlierer und das basel-trauma

Unten in der Tabelle nagt der Schmerz. EHC Olten und HC Sierre stehen bei null Siegen aus je vier Spielen. Die Berner Vorstädter durften 1989 und 1990 je zwei Mal ran – und flogen zweimal gegen Kloten raus. Sierre holte 1986 immerhin ein 4:4, was reicht, um Olten auf Distanz zu halten. EHC Basel ringt mit 20 % die schlechteste Quote aller aktiven NL-Klubs – die 1:10-Klatsche gegen Davos 2006 sitzt tief.

Und dann ist da noch Genève-Servette. Die Aigles zählen zwar nur 46,34 % Siege, doch der 1:0-Auftakt gegen Lausanne zeigt: Der Titel von 2023 war kein Zufall. Die Westschweizer könnten als erstes Team seit den ZSC Lions 2021 den Titel verteidigen – und würden damit ihre Siegquote auf fast 50 % hieven.

Die zukunft beginnt heute

Die zukunft beginnt heute

Die Rangliste lebt. Jede Serie, jedes Spiel, jede Overtime wirkt nach. Wenn Lugano an diesem Wochenende stolpert, rutscht es auf Platz drei – und Zürich übernimmt die Silberposition. Verliert Davos die Serie, steht der Klub mit 52 Titel-Anwärtern vor der Frage, ob die Arno-Del-Curto-Ära je wieder auflebt. Und Bern? Die Mutzen schauen von oben auf das Treiben – und wissen: Selbst eine weitere Play-In-Pleite ändert nichts daran, dass ihre Zahlen für Jahrzehnte unantastbar bleiben.

Die 40. Playoff-Saison ist keine Runde wie jede andere. Sie ist die Momentaufnahme einer 40-jährigen Machtverteilung – und sie kann sich in den nächsten zehn Tagen verschieben. Schlusslicht oder Spitzenreiter: Die Geschichte schreibt sich live, nicht in Archiven.