Thw kiel kämpft sich ins final four – dramatischer sieg im siebenmeterwerfen!

Kiel hat es geschafft! Nach einem nervenzerreißenden Viertelfinal-Rückspiel gegen RK Nexe Nasice sichert sich der deutsche Rekordmeister den Einzug ins Final Four der European League. Ein Spiel, das die Fans bis zur letzten Sekunde in Atem hielt und in einem dramatischen Siebenmeterwerfen entschieden wurde – ein Triumph, der der verkorksten Saison der „Zebras“ vielleicht doch noch einen glänzenden Abschluss bescheren kann.

Die ausgangslage: ein rückstand, der kopf und kragen kostet

Die Aufgabe war klar: Nach der 30:33-Pleite im Hinspiel war Kiel gezwungen, einen Drei-Tore-Vorsprung herauszuarbeiten. Ein Sieg mit drei Toren Unterschied hätte direkt zum Siebenmeterwerfen geführt, ein Vier-Tore-Sieg oder mehr bedeutete den direkten Einzug ins Finale. Dieser Druck war anfangs deutlich spürbar – das frühe 0:2 für Nasice ließ die Stars und Fans gleichermaßen zusammenzucken.

Doch dann übernahm Kiel das Kommando. Ein beeindruckendes 14:10 zur 25. Minute zeigte, wer die Kontrolle über das Spiel hatte. Zur Pause hieß es lediglich 17:15, was die Spannung hochhielt. Selbst Tim Walter, Ex-HSV-Trainer und aktueller Coach von Holstein Kiel, verfolgte das Geschehen mit angehaltenem Atem von der Tribüne.

Ein furioser Auftritt – bis zum Schockmoment

Ein weiter Spielstand von 25:19 zur 45. Minute ließ wenig Zweifel an einem klaren Heimsieg. Doch dann kam Nasice zurück! Durch eine bemerkenswerte Energieleistung verkürzten die Kroaten auf 26:29 zur 56. Minute. Was für ein Thriller!

Die letzten Minuten waren von atemberaubender Spannung geprägt. Ein kurioser Moment in der 58. Minute, als der Ball nach einem Fehlwurf Kiels in Richtung Toraus rollte und aufgrund des Harzes abrupt zum Stillstand kam, unterstrich die Nervosität. Die Uhr tickte unerbittlich, die Sekunden vergingen wie eine Ewigkeit. Ein Tor von Tin Lucin zum 30:27 ließ kurz Hoffnung aufkommen, doch Nasice konterte umgehend – 30:27 stand die Uhr, als die Schlusssirene ertönte. Es ging ins Siebenmeterwerfen!

Siebenmeterwerfen: dramatik pur und wolff im hexenkessel

Siebenmeterwerfen: dramatik pur und wolff im hexenkessel

Der Siebenmeter-Krimi begann mit einem Tor von Lucin, gefolgt von Zerbe. Barbic scheiterte jedoch an einem herausragenden Andreas Wolff, der mit einer Parade für kollektiven Jubel sorgte. Landin und Strlek trafen ebenfalls, während Imre traf und Jicha sich hinter seinen Spielern versteckte. Dann kam der entscheidende Moment: Ognjen Cenic scheiterte, und Gonzalo Perez de Vargas, der für Wolff ins Feld kam, hielt den Ball! Eric Johansson machte es dann mit seinem Tor perfekt – Kiel gewinnt das Siebenmeterwerfen mit 3:2!

Die Qualifikation für das Final Four am 30. und 31. Mai in Hamburg ist ein echter Glücksgriff für den THW Kiel. Angesichts der enttäuschenden Leistungen in der Handball-Bundesliga und des Ausscheidens im DHB-Pokal ist dieser Triumph ein willkommener Lichtblick und die Chance, die Saison doch noch mit einem Titel zu krönen. Die Königsklasse winkt – vorausgesetzt, die Füchse Berlin gewinnen die Champions League und werden gleichzeitig Dritter in der Liga, dann gäbe es für Kiel in der European League keinen Durchgriff.

Doch für den Moment zählt nur eines: Die „Zebras“ sind im Finale. Und sie haben bewiesen, dass mit Leidenschaft, Kampfgeist und einer Portion Glück auch scheinbar aussichtslose Situationen gemeistert werden können.