Real madrid bleibt in bulgarien hängen – jetzt droht die vorentscheidung

13/29 aus dem Feld, 12/36 von jenseits der Dreierlinie, 7/15 Freiwürfe – das ist keine Statistik, das ist ein Offensiv-Crash. Der Real Madrid kassierte in Botevgrad eine 69:76-Klatsche gegen Hapoel Tel Aviv und muss am Donnerstag gewinnen, will er die Final Four nicht aus der Ferne verfolgen.

Scariolo sieht ballstau statt ballkreislauf

Sergio Scariolo stand nach Abpfiff sichtlich angefressen vor den Mikrofonen: „Wir haben das Spielgerät nicht bewegt, die Prozente sind ein Spiegel unserer Hektik.“ Der italienische Coach hatte seinen Star-Cast auffordern müssen, endlich aus der Distanz zu treffen – doch selbst offene Würfe klatschten gegen die Ringe. Gabriel Deck lief in Antonius Cleveland-Outs, Edy Tavares verschwand gegen Kameron Edwards und Daniel Oturu im Getümmel. Nur Facu Campazzo hielt mit 17 Punkten die Fassade ein Stück weit zusammen. Der Argentinier traf drei Dreier in Serie, als Hapoel auf 12 Zogen. Es reichte nicht.

Der Knackpunkt war der Rebound: 36:47 sprangen die Israelis mehr Bälle, 17 davon offensiv. Edwards (22 Punkte, 11 Rebounds) und Oturu (18+9) verwandelten fast jeden zweiten Angriff in einen Second-Chance-Knockout. Elijah Bryant schraubte sich zusätzlich auf 19 Zähler – seine 9 Rebounds sind für einen Shooting Guard eine Kampfansage. „Wir haben sie einmal, zweimal, dreimal an die Linie geschickt und trotzdem den Ball nicht bekommen – das frisst Energie“, sagte Campazzo.

Hezonja stolpert vom rekord ins minus

Hezonja stolpert vom rekord ins minus

Mario Hezonja war vor drei Tagen noch der Mann des Spiels: 40 Punkte, 11 Rebounds, 53 Wertung gegen UCAM Murcia. In Bulgarien? 7 Punkte, 2/12 Feldwürfe, 5 Fouls. Der Kroate lief wie in Zeitlupe gegen die aggressiven Close-Outs von Bryant und Cleveland, traf nicht einmal den freien Korbleger. „Wenn dein Top-Scorer so leise wird, braucht es eine sofortige Antwort von der Bank – die ist ausgeblieben“, kommentierte Scariolo trocken.

Die Lösung muss am Donnerstag (20 Uhr, Arena Botevgrad, live auf #VAMOS) her. Ein Sieg, und Madrid kann im fünften Spiel in der WiZink Center die Serie drehen. Eine Niederlage, und die Königlichen schauen in Athen nur noch zu. Die Marschroute ist klar: Rebound-Sicherheit, bessere Ballrotation und ein Hezonja, der wieder in die Zone findet. „Wir haben die Erfahrung, wir haben die Qualität – jetzt müssen wir sie zeigen“, sagt Tavares. Die Uhr tickt. Bulgarien war die Warnung, nicht das Ende. Aber wer zweimal in Osteuropa patzt, fliegt früher raus, als er „¡Hala Madrid!“ rufen kann.