Deutschland verspielt podest in otepää: strelow verliert die nerven, voigt rettet rang vier

Justus Strelow schoss sich zum ersten Mal in dieser Saison aus dem Rennen. 17 Nachlader, drei Strafrunden, ein einziges Debakel. Rang vier für die deutsche Single-Mixed-Staffel ist ein Schlag ins Kontor im Kampf um die Nationenwertung.

Fehlschuss-festival in estland

Die ARD-Übertragung aus Otepää war noch nicht mal richtig warm, da lag Deutschland schon außerhalb der Top 20. Strelow, sonst ein Garant für Treffsicherheit, verpasste im Liegendschießen gleich die ersten drei Scheiben. Die Strafrunde folgte, die Fans im Stadion verstummten. Stehend wurde es noch bitterer: Vier Fehlschüsse in Serie, zwei weitere Runden. „Das war kein normaler Tag“, sagte er später, ohne in die Kamera zu blicken.

Vanessa Voigt stemmte sich gegen das Desaster. Sie schaffte das, was ihr Partner nicht konnte: saubere Serie liegend, nur ein Nachlader stehend, trotz Windböen, die über den Schießstand peitschten. Sie schob das Duo auf Platz 18 vor, wieder zu Hoffnung. Doch der Rückstand auf Norwegen war schon damals 1:48 Minuten – eine Ewigkeit im Biathlon.

Norwegen dominiert, frankreich fliegt raus

Norwegen dominiert, frankreich fliegt raus

Sturla Holm Laegreid und Karoline Knotten liefen ein Demonstrationsrennen. Keine Strafrunde, nur drei Nachlader, souveräner Sieg in 37:04 Minuten. Dahinter Schweden mit Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson, die sich mit 18 Sekunden Rückhang zufriedengeben mussten. Finnland wurde Dritter.

Die große Überraschung: Frankreich verballte sich selbst. Emilien Jacquelin feuerte im Liegendschießen einen Schuss zu viel ab – Disqualifikation. Die Favoriten waren nach 1,2 Kilometern schon draußen.

Deutschland verliert wichtige punkte

Deutschland verliert wichtige punkte

Rang vier rettet nur die halbe Miete. Die Deutschen büßten im Nationencup 18 Punkte auf Finnland ein, bleiben aber Fünfter. Das ist wichtig: Nur die besten fünf Nationen dürfen in der kommenden Saison sechs Athleten pro Rennen ins Ziel schicken. Der Vorsprung auf Tschechien wuchs dank Platz sieben der Konkurrenz auf 142 Punkte. „Wir haben noch Luft“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner, „aber sie wird dünner.“

Die Athleten haben eine Woche Pause, bevor es in Oslo um Kristall geht. Strelow wird die Bilder aus Estland schnell vergessen wollen. Voigt schon jetzt: „Wir sind noch nicht fertig.“