Shiffrin schreibt in åre weiter siegesserie – schweizer verpassen podest

Mikaela Shiffrin hat in Åre mal wieder allen die Gängeleine gezogen. Die US-Amerikanerin fuhr vor heimischer Kulisse die Konkurrenz mit 0,94 Sekunden Vorsprung in die Länge und schraubt ihren Slalom-Sieg auf 97 Weltcup-Triumphe. Dahinter landeten Emma Aicher und eine brandgefährliche Wendy Holdener auf dem Podest – für die Schweiz reichte es nur zu einem Nebenschauplatz.

Holdener schlief im ersten Lauf noch, riss im zweiten Teil der Piste aber alles raus. Die 1,00 Sekunden Rückstand auf Shiffrin liest sich wie ein Kampfbericht: 0,3 holte sie im Ziel-S, 0,2 im Flachstück danach. «Ich habe mir gesagt, jetzt oder nie», sagte sie später. Der Plan ging auf – Rang drei, Applaus, fertig.

Camille rast bleibt hängen

Camille rast bleibt hängen

Camille Rast kam als amtierende Slalom-Weltmeisterin mit Anspruch, verließ die Arena mit Platz zehn. Die Walliserin startete mit einem Mini-Vorsprung in den Schlussabschnitt, verlor aber sofort Boden. 2,29 Sekunden fehlten am Ende – zu viel, um auch nur in Schlagdistanz zu bleiben. «Ich habe die Latten berührt, das hat mich aus dem Takt geworfen», erklärte sie knapp und schaute bereits Richtung Montafon.

Die restliche Schweizer Delegation tapste hinterher. Eliane Christen rutschte auf Rang 27 ab, nachdem sie im zweiten Lauf vier Sekunden verschenkte. Mélanie Meillard wurde 16. – kein Drama, aber auch kein Grund zur Jubelmorgenpost. «Wir haben die Speed-Wochen vor Augen, da gilt der Fokus», sagte Skiboss Roland Platzer mit einem Schulterzucken, das so gar nicht nach Weltcup-Finale klang.

Für Shiffrin war es der zweite Slalom-Sieg innerhalb von acht Tagen. Die 29-Jährige baut ihre Gesamtwertungs-Führung aus und nähert sich dem nächsten Rektorat: Ingemar Stenmarks 86 Weltcup-Siege liegen nur noch 11 Treffer entfernt. «Ich versuche, nicht an Zahlen zu denken», sagte sie, «aber sie verfolgen mich.»

Die Weltcup-Karawane zieht weiter nach Montafon, wo am Wochenende der nächste Slalom ansteht. Für die Schweizer Damen heißt es dann: Angriff statt Anschlag – sonst bleibt das Podest weiter US-amerikanisch.