Bauer versenkt sich selbst: wolfsburg rutscht nach 1:2 gegen hsv in den absturz
Daniel Bauer hat sich mit eigenen Händen aus der Bundesliga befördert. Nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV steht der VfL Wolfsburg auf Platz 17 – und sein Coach mit dem Rücken zur Wand. Drei Elfmeter, zwei Fehler, ein Debütant, null Punkte. Die Bilanz eines Nachmittags, der die Volkswagen-Arena in einen Sarg verwandelt hat.
Die elfmeternacht von wolfsburg
Christian Eriksen traf zwar per Strafstoß zur Führung (22.), doch Luka Vuskovic (33.) und Jean-Luc Dompé (58.) antworteten ebenfalls vom Punkt. Die Logik des Spiels: Wer foult, bestraft sich selbst. Jonas Adjetey, 19 Jahre alt, erst zweites Bundesliga-Training, riss Vuskovic nieder – Dompé ließ Keeper Kamil Grabara keine Chance. Der Pole hatte den ersten Penalty noch durch die Finger rutschen lassen, beim zweiten war er machtlos.
Die Zahie lügen nicht: Wolfsburg hat elf Pflichtspiele ohne Sieg, nur vier Treffer in den letzten sieben Partien, und jetzt droht erstmals der Abstieg. Die Fans sangen noch vor dem Anpfiff „Bauer raus“, danach war es still. Die Hamburger Anhänger übernahmen die Arena – 4.500 statt der erlaubten 3.000, ein Pyro-Fest bis zum Rost der Tribünen.

Kein champagner, nur kater
Bauer hatte vorab gewarnt, es gebe „keinen Champagnerfußball“. Recht behalten. Seine Fünferkette wackelte, die Mittelfeldraute verhedderte sich, und vorne stand Jonas Wind allein wie ein Leuchtturm ohne Strom. Dzenan Pejcinovic traf den Pfosten (14.), Jesper Lindström verpasste den Abpraller – das war’s. Nach dem Seitenwechsel nur noch verzweifelte Flanken und ein Adjetey, der sich selbst nicht mehr auf den Beinen hielt.
Die Wolfsburger Allgemeine Zeitung hatte am Samstagmorgen noch über Dieter Hecking, Friedhelm Funkel und Thomas Reis als Nachfolger spekuliiert. Nach Abpfiff schwiegen selbst die Kandidaten. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer eilte mit gesenktem Kopf durch den Mixed-Zone-Tunnel, Bauer folgte sekundenlang. „Ein Sechs-Punkte-Spiel“, hatte er gesagt – jetzt fehlen sie ihm selbst.
Die Uhr tickt: Am Freitag gastiert Wolfsburg in Hoffenheim, dann folgt Mainz. Beide Spiele sind Endspiele, nur dass Bauer womöglich nicht mehr sitzt. Die Volkswagen-Eigentümer haben die Koffer gepackt, die Trainerentscheidung liegt beim Aufsichtsrat. Intern heißt es: „Wer nicht gewinnt, fliegt.“ Bauer hat verloren – und sich selbst gefeuert.
