Nach sieben jahren dreht kastrijot ndau den schlüssel um – wil verliert seine mittelfeld-seele
Kastrijot Ndau wird den FC Wil nach 197 Pflichtspielen auf eigenen Wunsch verlassen. Der 27-jährige Captain sagt im Sommer goodbye – und hinterlässt eine Lücke, die nicht nur in der Statistik wehtut.

Ein lebenswerk aus minuten, toren und stiller führung
Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus, eine Verlängerung steht nicht zur Debatte. Ndau selbst schweigt noch über den nächsten Klub, doch intern ist klar: Er will den Schritt nach oben wagen. Drei Partien hat er noch, um die magische 200er-Marke zu knacken. 19 Tore, 19 Assists – Zahlen, die seine Konstanz unterstreichen, aber seine Bedeutung nur erahnen lassen.
Seit 2024 trägt er die Binde, doch die Führung übernahm er längst vorher. Michael Lang, Sportchef des Klubs, spricht von „Struktur und DNA“, die Ndau ins Spiel brachte. Wer die Ostschweizer in den letzten Jahren beobachtete, weiß: Ohne ihn lief selten etwas rund. Balleroberung, Spieleröffnung, Standards – an jeder Ecke war er beteiligt.
Die Frage ist nun, wer dieses Vakuum füllt. Wil hat junge Talente, aber keinen, der schon ähnlich viele Kilometer in den Knochen hat. Die nächste Transferperiode wird zur Zitterpartie. Denn mit Ndau verabschiedet sich nicht nur ein Spieler, sondern ein Kompass.
Für die Fans bleibt die Erinnerung an jene Spiele, in denen er das Mittelfeld wie ein Dirigent lenkte – und an jene Momente, wenn er nach dem Schlusspfiff den Blick senkte, weil drei Punkte fehlten. Er war nie der Lauteste, aber immer der, der zuerst trainierte und zuletzt duschte.
Ndau wird gehen, ohne große Worte. Typisch für ihn. Die 197 Einsätze aber sprechen eine Sprache, die niemand im Wil vergessen wird.
