Shai jagt wilts geist – okc zittert sich zum vierten sieg

Die Uhr tickt. Mit jedem Dreier, jedem Fade-away kommt Shai Gilgeous-Alexander dem Phantom von Wilt Chamberlain einen Schritt näher. 124 Mal in Folge mindestens 20 Punkte – nur zwei Spiele trennen den kanadischen MVP jetzt von der mythischen 126er-Marke der NBA-Ikone. Die Leine zieht er durch Madison Square Garden, 26 Zähler gegen die Knicks, 103:100, vieter Sieg in Serie, Conference-Spitze sicher.

Hartenstein und hukporti liefern deutsches kleingruppenduell ab

Isaiah Hartenstein startet, spielt 17 Minuten, sammelt fünf Rebounds, steckt sich keine Sekunde weg. Ariel Hukporti kommt von der Bank, neun Minuten, drei Rebounds – mehr Statistik bleibt für die beiden deutschen Center in diesem Krimi nicht. Doch ihre Präsenz wirkt: Hartenstein verstellt die Lane, zwingt Julius Randle zu schwierigen Turnarounds; Hukporti setzt einen wuchtigen Screen, der Quickley freimacht. Zwischen ihnen hin und her tanzt Gilgeous-Alexander, lässt RJ Barrett alt aussehen, trifft den Sieger-Dreier 28 Sekunden vor Schluss.

Die Thunder wackeln, aber sie stürzen nicht. Ein 15-Punkte-Vorsprung schmilzt auf einen, doch Chet Holmgren blockt Brunson in letzter Sekunde. 49:15 – die Bilanz in der Western Conference liest sich wie ein Fax an den Rest der Liga: Wir sind noch nicht fertig.

Hornets erfinden sich neu und jagen playoff-traum

Hornets erfinden sich neu und jagen playoff-traum

Während Oklahoma die Spitze fest im Griff hat, erfindet sich ein anderer Klub komplett neu. Charlotte Hornets? Die Hornets, die seit 2016 kein Playoff-Spiel mehr gesehen haben? Sie zerlegen die Boston Celtics 118:89, feiern den sechsten Sieg in Serie, den 16. in den letzten 19 Spielen. LaMelo Ball wirft 33 Punkte, markiert die Celtics-Defense mit No-looks und Half-court-Dreiern. Die Bank jubelt, die Arena tobt, die Bilanz spricht 32:31. Neunter Platz, aber nur ein halbes Spiel hinter Atlanta – der Traum von April-Basketball lebt auf einmal wieder.

Für Boston ein Debakel, das weh tut. Ohne Jayson Tatum wirken die Celtics wie ein Ferrari ohne Zündkerzen: viel Chrom, kein Tempo. Coach Mazzulla stapft wütend zur Kabine, die Uhr zeigt 9:03 Uhr Ortszeit – ein Frühstart, der in einen Frust endet.

Oklahoma fliegt nach Hause, Shai trägt den Rekord wie ein leises Tattoo auf der Haut. Zwei Spiele noch, dann könnte er Geschichte schreiben – und niemand in der Western Conference scheint bereit, ihm den Ball abzunehmen.