Snowboard-weltcup-finale wird zur deutschen enttäuschung: kein podest in sicht

Winterberg – und wieder nichts. Beim spektakulären Saisonfinale der Alpin-Snowboarder auf dem Poppenberg schaffte keine deutsche Fahrerin, kein deutscher Fahrer den Sprung aufs Podest. Schon im Viertelfinale des Mixed-Team-Bewerbs war Schluss – drei deutsche Duos, keine Medaille.

Ramona hofmeister spricht klartext

„Wir wollten natürlich noch mehr zeigen“, sagte Ramona Hofmeister nach dem Viertelfinal-Aus. Die 28-Jährige aus Berchtesgaden, eigentlich die Konstante im deutschen Kader, konnte ihre Saison-Bilanz von drei Weltcup-Siegen und sechs Podestplätzen nicht einmal ansatzweise untermauern. Als einzige Deutsche schaffte sie zwar den Einzug in die K.o.-Runde, schied dort aber bereits im Achtelfinale aus. Endplatzierung: Rang 14 – ein Ergebnis, das sie selbst als „zu wenig“ kommentierte.

Die beste deutsche Platzung lieferte Ole-Mikkel Prantl. Im Parallel-Slalom schied er im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Lee Sang-Ho aus Südkorea aus. Platz sechs – zwar Karrierebestwert, doch auch er schaute auf leere Hände. „Ich weiß, dass ich schneller kann“, sagte Prantl. „Aber Lee war heute einfach eine Sekunde stabiler in den engen Passagen.“

Italiens dalmasso/march dominieren heimspiel

Italiens dalmasso/march dominieren heimspiel

Den Sieg im Mixed-Team-Wettbewerb sicherte sich das italienische Dream-Team um Olympia-Dritte Lucia Dalmasso und Aaron March. Sie bezwangen im Finale die Schweizer und demonstrierten, wie man aus Erfahrung Kapital schlägt: Dalmasso gewann vorher schon den Einzelbewerb der Frauen, March fuhr bei den Männern auf Rang drei. Doppelpack statt deutsches Debakel.

Die Zahlen sind vernichtend: Seit Olympia 2022 hat das deutsche Snowboard-Team kein einziges internationales Rennen gewonnen. In Peking war die gesamte Mannschaft ohne Medaille geblieben – eine Blamage, die sich fortsetzt. Snowboard Germany spricht von „Baujahr 2026“, doch die Zeit drängt. In zwei Jahren steht die nächste Olympiade in Cortina auf dem Programm.

Trainer Lothar Schneider versuchte, die Niederlagen schon fast als Wegweiser zu verkaufen: „Wir haben jede Zehntelsekunde analysiert, wissen jetzt, wo wir ansetzen müssen.“ Die Frage ist nur: Reicht das? Das Material soll neu justiert, die Mentalcoachs verstärkt werden. Doch am Ende zählt das Ergebnis – und das war in Winterberg bitter.

Der Poppenberg lag im Nebel, die Stimmung auf der Zielgerade noch trüber. Statt Jubel nur das leise Klackern der Bindungen, wenn sich die Fahrer die Bretter von den Füßen schnallen. Eine Saison endet mit dem Gefühl des Zurückbleibens – und mit der Gewissheit, dass die nächste genauso hart wird.