Shiffrin knöpft sich die gerüchte vor: „ich fahre nächsten winter weiter“
Mikaela Shiffrin hat den Silencer geladen. Nach Wochen des Rätselns um ein mögliches Karriere-Ende stellt die 31-Jährige klar: „Ich werde nächste Saison Rennen fahren“. Das sagt sie nicht irgendwo, sondern im ORF-Interview – live, ohne Netz, ohne Doppelboden. Die Nachricht trifft die Ski-Welt mitten ins Herz, denn viele hatten bereits Abschiedslieder geprobt.
Der Grund für die wilde Spekulation? Shiffrin selbst hatte zuvor offen zugegeben, über ein Aus nachzudenken. Olympia-Gold in Courchevel half ihr, die eigenen Zweifel zu bändigen, doch die Frage blieb: reicht das für einen weiteren Winter? Jetzt hat sie die Richtung gewiesen – und zwar gemeinsam mit Verlobtem Aleksander Aamodt Kilde. Der Norweger ringt noch mit den Folgen seines Wengen-Crashs, beendete die Saison vorzeitig. „Sein Körper war noch nicht weit genug“, sagt Shiffrin, doch beide wollen im Sommer Vollgas geben, vielleicht sogar Seite an Seite auf der Piste.

Karriere-ende? „näher dran, aber noch nicht da“
Shiffrin ist ehrlich: „Ich nähere mich dem Ende meiner Karriere – und er auch“. Das klingt nach Trennung, ist aber kein Adieu. Vielmehr ist es eine Art mentale Vorbereitung auf das Unausweichliche. Sie versteht, warum die Rücktritts-Fragen lauter werden, doch ein konkretes Datum hat keiner. „Das sind nur Gerüchte“, sagt sie und schiebt nach: „Aber ich denke darüber nach, wie ich meine Karriere beenden will.“ Einen Plan B gibt es noch nicht, nur das klare Bekenntnis zum nächsten Winter.
Die Zahlen sprechen ohnehin ihre Sprache: 109 Weltcup-Siege, acht WM-Golds, drei Olympia-Triumphe. Beim Finale in Lillehmann führt sie mit 95 Punkten Vorsprung auf Emma Aicher – ein sechster Gesamtweltcup-Titel wäre die perfekte Antwort auf alle Zweifel. Doch Shiffrin wirkt gelassener denn je. Sie spricht nicht vom Druck, sondern von „vielen Möglichkeiten“ und von gemeinsamen Trainingseinheiten mit Kilde. Das klingt nach Paar-Workout statt Karriere-Abbruch.
Für die Ski-Welt heißt das: atmen, durchatmen, weiterlaufen. Shiffrin bleibt. Und solange sie die Stangen noch umrundet, bleibt auch die Hoffnung auf weitere Rekorde. Das Ende rückt näher – aber es ist eben noch nicht da.
