Darmstadt 98 besiegt schalke 04 und klettert auf platz eins

Schon acht Minuten nach dem Anpfiff stand das Böllenfalltor kopf: Fraser Hornby köpfte die Lilien nach vorne, Killian Corredor legte nach. Mit 2:0 führte der SV Darmstadt 98 gegen Schalke 04, 20.30 Uhr, Flutlicht, voll besetzte Haupttribüne – und plötzlich war die 2. Bundesliga komplett auf den Kopf gestellt.

Schalke ohne dzeko unter druck

Der S04 verzichtete auf den gesperrten Edin Dzeko, stattdessen lief Moussa Sylla auf – ein Name, der bis dato nur Insidern etwas sagte. Sylla brauchte 23 Minuten, um zu zeigen, warum er in der Vorsaison 16 Mal traf. Sein Volley-Anschlusstreffer schlug links unten ein, Keeper Marcel Schuhen war chancenlos. Es blieb bis zur Pause der einzige Treffer der Knappen, doch die Stimmung kippte nicht. Im Gegenteil: Darmstadts Block sang weiter, schon weil die Statistik sprach – die beste Offensive der Liga traf auf die drittschwächste Auswärtsabwehr.

Nach dem Seitenwechsel schaltete Trainer Florian Kohfeldt um. Statt wie in der Hinrunde hoch zu pressen, zog seine Sechs-Kette das Tempo heraus, forderte Schalke ins Laufduell. Die Folge: 56. Minute, Standard, Ecke von links, Corredor vollstreckt per Seitfallzieher zum 3:1. Die Arena explodierte, Muslic schlug die Hände über dem Kopf zusammen, Kohfeldt wedelte ab, als wäre das Spiel gelaufen. Was es auch war. Die Knappen rannten an, fanden kein Mittel mehr gegen die kompakt gestaffelte Abwehr. Einzig Schalkes Youngster Assan Ouédraogo scheiterte noch an der Latte (78.).

Lilien übernehmen tabellenführung

Lilien übernehmen tabellenführung

Als Schiedsrichter Robert Hartmann abpfiff, stand es 3:1 für Darmstadt. 52 Punkte, Platz eins – erstmals seit Mai 2015 wieder ganz oben. „Wir haben die Tabelle nicht beachtet“, sagte Kohfeldt im Stehkreis von hr-INFO, „aber jetzt schauen wir schon.“ Die Fans feierten auf dem Rasen, Schalke droht der Rutsch auf Rang drei, weil auch der HSV am Abend gewann.

Die Lilien haben damit nicht nur den direkten Aufstiegskonkurrenten geschlagen, sondern auch ein Signal an die Liga gesendet: Das Böllenfalltor ist in dieser Saison kein Vorbeilokal mehr. Wer hier punkten will, muss mehr mitbringen als große Namen. Die nächste Hürde folgt schon am Freitag in Kiel. Dann wird sich zeigen, ob Darmstadt 98 bereit ist, die Spitze dauerhaft zu verteidigen – oder ob der Spurt erst richtig losgeht.